Salzburger Pfingstfestspiele 2017: Ariodante

© Foto: ZDF/ORF/Salzburger Festspiele/Monika Rittershaus

© Foto: ZDF/ORF/Salzburger Festspiele/Monika Rittershaus3Sat, 13.06.2020, 20:15-23:50 Uhr. Dramma per musica in drei Akten HWV 33 (1734). Seit 2012 leitet Cecilia Bartoli die »Salzburger Pfingstfestspiele«. 2017 brachte der Weltstar Georg Friedrich Händels »Ariodante« auf die Bühne und schlüpfte selbst in die Titelrolle. Für Regisseur Christof Loy sind Wahrheitssuche, Geschlechterrollen und Identitäten die zentralen – auch heute aktuellen – Themen des mittelalterlichen Ritterepos. Liebliche Szenen im lichten Garten stehen neben böser Intrige, ausgeheckt in dunkler Nacht. Heiterkeit und Optimismus kontrastieren mit Düsternis und Verzweiflung, arkadische Lust kippt in albtraumhafte Angst. Als Meister des musikalischen Kontrasts führt Georg Friedrich Händel in »Ariodante« virtuos sämtliche Varianten der Bezeugung von Liebe und Macht vor und zieht alle Register des Genres. Dabei kämpfte der deutsche Komponist und Impresario, der in den 1720er-Jahren mit seiner Operngesellschaft in London reüssiert hatte, zur Zeit der Entstehung der Oper ums künstlerische Überleben. Die Begeisterung an italienischen Sujets war abgeflaut, und Händel sah sich massiver Konkurrenz durch einen rivalisierenden Veranstalter ausgesetzt. In dieser prekären Lage tat sich ihm Anfang 1735 die Möglichkeit auf, eine neue Oper am zwei Jahre zuvor eröffneten Theatre Royal in Covent Garden aufzuführen. Um das englische Publikum einzunehmen, griff Händel ein schottisches Thema auf und erweiterte die Opernhandlung um Ballette. Die Geschichte beruht auf einer Szene aus Ariosts »Orlando furioso«: Ariodante kommt mit seinem Bruder Lurcanio an den Hof des schottischen Königs und verliebt sich in die Königstochter Ginevra. Doch Polinesso hat auch ein Auge auf sie geworfen. Das Bühnenbild – ein schneeweißer Guckkasten – ist betont sparsam, die Inszenierung zeitlos zwischen den Epochen angesiedelt: Rüstung und Barockperücke stehen neben Businessanzug und Cocktailkleid. Cecilia Bartoli ist nicht der einzige Superstar dieser Produktion: Rolando Villazón brilliert als Ariodantes Bruder Lurcanio. Gianluca Capuano dirigiert das 2016 von Cecilia Bartoli gegründete Barock-Ensemble Les Musiciens du Prince.

Bühnenbild: Johannes Leiacker
Kostüme: Ursula Renzenbrink
Choreografie: Andreas Heise
Chor: Salzburger Bachchor
Orchester: Les Musiciens du Prince, Monaco
Musikalische Leitung: Gianluca Capuano
Inszenierung: Christof Loy
Bildregie: Tiziano Mancini

Darsteller:
Der König von Schottland: Nathan Berg
Ariodante: Cecilia Bartoli
Ginevra: Kathryn Lewek
Lurcanio: Rolando Villazón
Polinesso: Christophe Dumaux
Dalinda: Sandrine Piau
Odoardo: Kristofer Lundin

Das internationale Kammermusikfestival Jerusalem 2016

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© Foto: ARTE/Monika RittershausArte, 08.06.2020, 05:55-06:45 Uhr.  Mit Elena Bashkirova (Klavier), András Schiff (Klavier), Emmanuel Pahud (Flöte), Menahem Pressler (Klavier), Kirill Gerstein (Klavier), Baiba Skride (Violine), Julian Steckel (Cello), Itamar Zorman (Violine), Krzysztof Chorzelski (Bratsche), Madeleine Carruzzo (Bratsche), Tim Park (Cello).

Das 1998 von der Pianistin Elena Bashkirova gegründete Jerusalem International Chamber Music Festival gehört zu den bedeutendsten kulturellen Veranstaltungen im israelischen Musikleben. Die 19. Ausgabe des Kammermusikfestivals vereint wieder exzellente Musiker aus der ganzen Welt auf der Bühne des einzigartigen YMCA. Dieses Mal dabei sind die Pianisten Menahem Pressler, András Schiff oder Kirill Gerstein, der Flötist Emmanuel Pahud, die Geigerin Baiba Skride und der Cellist Julian Steckel. Und wenn die Erfahrensten der Kammermusikszene zusammentreffen, dann kann man auch mit einem vielfältigen Programm rechnen: Neben Schubert und Brahms werden Werke von Beethoven, Mendelssohn und Busoni dargeboten.
Was als ein großes Experiment in der Initiative der Pianistin Elena Bashkirova startete, mauserte sich mit der Zeit zu einem erlesenen Treffpunk der Kammermusikfreunde. Dazu beigetragen haben viele Faktoren. Zunächst die Einmaligkeit des Ortes Jerusalem, der Heiligen Stadt in den judäischen Bergen zwischen Mittelmeer und Totem Meer mit ihrer 5.000-jährigen Geschichte. Die Stadt, in der sich viele Kulturen der Antike und Moderne begegnen, und vor allem die Stadt der drei monotheistischen Weltreligionen: des Christentums, des Judentums und des muslimischen Glaubens. ARTE zeigt Höhepunkte des Festivals von 2016. Darunter »Fantasia Contrappuntistica« von Busoni in einer einmaligen Interpretation an zwei Klavieren mit Sir András Schiff und Kirill Gerstein. Busonis Versuch, die letzte und fragmentarisch gebliebene Fuge BWV 1080, 19 von Johann Sebastian Bach zu vollenden, ein sehr anspruchsvolles Klavierwerk, erfährt hier eine exemplarische Aufführung. Neben Johannes Brahms’ Streichsextett Nr. 1, mit Baiba Skride, Itamar Zorman, Krzysztof Chorzelski, Madeleine Carruzzo, Julian Steckel und Tim Park, ein schwungvolles jugendliches Werk vollkommenster Meisterschaft, oder dem Klaviertrio Nr. 1 von Mendelssohn mit Itamar Zorman, Tim Park und Kirill Gerstein, bietet Dvoraks Klavierquintett einen besonderen Moment des Festivals. Denn zum ersten Mal ist er dabei: der großartige 93-jährige Menahem Pressler, der Gründer des weltberühmten Beaux Arts Trio, eine Legende der klassischen Musik. Allein sein Spiel: Mit den ersten Takten seines Klaviereinsatzes kommt er an die Weichheit der Streicher heran, dann bekommt die Musik einen himmlischen Glanz, eine »nicht von dieser Welt«-Aura. Schon wegen solcher unvergesslicher Abende lohnt sich der Besuch des Kammermusikfestivals in Jerusalem. Das Programm endet im Sinne seiner 19-jährigen Festivaltradition, das heißt mit dem Streichoktett op. 20 von Felix Mendelssohn. Das Werk eines 16-Jährigen, voller Optimismus und Virtuosität. Stellvertretend für ein Festival, das sich den wichtigen »Dialog der Kulturen« auf die Fahnen geschrieben hat.
Auch der Konzertsaal im YMCA-Gebäude ist außergewöhnlich. Kaum eine andere Institution ist so beladen mit Symbolen wie die Young Men’s Christian Association (YMCA), ein Ort, der die gemeinsame Geschichte der Israelis, der Christen und der Muslime widerspiegelt. Gebaut wurde die »Anlage des Friedens« vom berühmten Architekten Arthur Loomis Harmon, der auch das Empire State Building in New York entwarf. Von hier aus wurde das erste Konzert des Radiosenders The Voice of Israel übertragen. Und gerade an diesem Ort treffen sich die Besten ihres Fachs, alle Jahre wieder, ohne Honorar, aus Liebe zur Musik, als Zeichen der Wertschätzung für die Stadt Jerusalem und für diesen magischen Ort.

 

Leonard Bernstein: Mass, szenisches Oratorium

© Foto: Arte/Chau-Cuong Le/Hans Lucas

© Foto: Arte/Chau-Cuong Le/Hans LucasArte, 01.06.2020, 05:00-07:10 Uhr. In »Mass« inszeniert Leonard Bernstein den Versuch eines Priesters, eine römisch-katholische Messe zu zelebrieren. Doch die Lebens- und Sinnkrisen der Teilnehmer verwandeln den Gottesdienst in ein gigantisches Schauspiel. Die turbulente Musik wird dargeboten von 24 Solosängern, unterstützt durch Orgel und Chor. Die Hauptrolle spielt Jubilant Sykes, der als Opern-Bariton ebenso hervorsticht wie als Hollywood-Crooner mit intimem Gesangsstil. Wayne Marshall aus England leitet das brillante Orchester. Eine jubilierende Show zu Ehren Leonard Bernsteins, der im vergangenen Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.

»Mass« entstand in den späten 60er Jahren im Auftrag von Jacqueline Kennedy-Onassis in Gedenken an ihren 1963 ermordeten Ehemann John F. Kennedy. Dass sich Leonard Bernstein für die Inszenierung einer römisch-katholischen Messe entschied, überraschte angesichts seiner jüdischen Konfession durchaus, war jedoch auf seine enge Freundschaft mit dem ersten und einzigen katholischen Präsidenten der USA zurückzuführen. »Mass« zeigt den Versuch eines Priesters, eine römisch-katholische Messe zu halten. Mit den Lebens- und Sinnkrisen der Teilnehmer hat er dabei nicht gerechnet: Der Gottesdienst wird zu einem gigantischen Spektakel.
Leonard Bernstein inszenierte das Musiktheaterstück ausdrücklich nicht zur Aufführung in Kirchen, sondern an den »weltlichen« Orten der Opern- oder Konzerthäuser. Die Partitur gehört mit einem Stilmix aus Jazz, Blues, Musical, Klassik und Gospel zu einer der turbulentesten der Musikgeschichte. Das freie Durcheinander von Schlagwerk, Synthesizern und elektrische Gitarren erweckt den Eindruck eines grenzenlosen Schauspiels. Die »Three Meditations« für Cello und Orchester, die Bernstein später aus dem Werk extrahierte, bieten dabei immer wieder Momente der Entspannung.
Dargeboten wird das Werk in der Pariser Philharmonie von 24 Solosängern, unterstützt durch Orgel und Chor. Die Hauptrolle spielt Jubilant Sykes. Wayne Marshall aus England leitet das Orchester. Eine faszinierende Show in Erinnerung an Leonard Bernstein, der im August 2018 seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte.

Midori Goto im Köthener Schloss

© Foto: ARTE/accentus music/M. Jenichen

© Foto: ARTE/accentus music/M. JenichenArte 10.05.2020, 23:55-01:00 Uhr und 20.05.2020, 05:00-06:15 Uhr. J. S. Bach Sonate III in C-Dur und Partita II in d-Moll für Violine solo. Bachs Solo-Sonaten und -Partiten für Violine umgibt eine Aura des Absoluten und Vollendeten. Hier verschmelzen strahlende Vokalität und raffinierte Kontrapunktik, hier finden sich Form und Idee in einzigartiger Balance. Einen »Triumph des Geistes über die Materie« nannte der Bach-Biograf Philipp Spitta den Werkreigen. Bach schrieb die Partiten und Sonaten in Köthen um 1720, wo er seit 1717 in den Diensten des Fürsten Leopold als Hofkapellmeister wirkte. Im Köthener Schloss spielt die gefeierte japanische Geigerin Midori Goto Bachs Sonate C-Dur und Partita d-Moll.
Neben der »Kunst der Fuge« und dem »Wohltemperierten Clavier« sind es vor allem die Solo-Sonaten und -Partiten für Violine, die eine Aura des Absoluten und Vollendeten im Gesamtwerk Johann Sebastian Bachs umgibt. Hier verschmelzen strahlende Vokalität und raffinierte Kontrapunktik, hier finden sich Form und musikalische Idee in einzigartiger Balance. Einen »Triumph des Geistes über die Materie« nannte der Bach-Biograf Philipp Spitta den Werkreigen, der auch spieltechnisch zum Anspruchsvollsten gehört, was in dieser Epoche komponiert wurde. Bach schrieb die Partiten und Sonaten in Köthen um 1720, wo er seit 1717 in den Diensten des Fürsten Leopold als Hofkapellmeister wirkte. Hier entstand ein Großteil seiner Kammer- und Orchestermusik. Die japanische Geigerin Midori Goto wurde 1971 in Osaka geboren, mit zehn Jahren wurde sie Schülerin von Dorothy DeLay an der Juilliard School in New York. Schon damals wurde sie als Wunderkind an der Violine gehandelt. Mit elf Jahren gab sie ihr Debüt beim Silvesterkonzert der New Yorker Philharmoniker, begann daraufhin eine Profikarriere und wurde weltweit gefeiert. Midori hat Bachs Solo-Sonaten mehrfach eingespielt. »Ich glaube, dass ich durch das Studieren von Johann Sebastian Bachs Kompositionen mehr gelernt habe als von jedem anderen Werk. Es ist ein fast übernatürliches Gefühl, das mich umhüllt, wenn ich mich ausnahmslos auf diese Meisterwerke einlasse«, sagte sie anlässlich einer Einspielung der Partiten und Sonaten im Jahr 2015.

Debussy mit D. Barenboim, M. Crebassa, E. Pahud

© Foto: ARTE/Heliox Films

© Foto: ARTE/Heliox FilmsArte, 03.05.2020, 23:40-00:40 Uhr und 18.05.2020, 05:00-06:00 Uhr. Namhafte Musiker unter der Leitung von Daniel Barenboim interpretieren eine Auswahl von Kammermusikwerken und Liedern von Claude Debussy. Auf dem Programm steht neben Soli, Duetten und Trios auch das Flötenstück »Syrinx«, gespielt von Emmanuel Pahud, der gemeinsam mit Yulia Deyneka und Aline Khouri auch die Sonate für Flöte, Bratsche und Harfe interpretiert.Begleitet von Daniel Barenboim am Klavier singt die Mezzosopranistin Marianne Crebassa die »Chansons de Bilitis« und »Trois Mélodies de Verlaine«. Den Cellopart in der Sonate für Violoncello und Klavier d-Moll übernimmt Kian Soltani. Die Künstler präsentieren eine Auswahl sehr persönlicher Werke des Komponisten an einem Ort, der zum Zuhören und zum Miteinander einlädt: dem auf Anregung von Daniel Barenboim entstandenen Pierre Boulez Saal in Berlin. Der Dirigent empfängt hier Musikschüler und Talente aus der ganzen Welt, lädt zur Völkerverständigung ein und stellt so die Universalität der Musik unter Beweis.Regisseur Frédéric Delesques und Friedemann Engelbrecht gehen mit den Künstlern auf Tuchfühlung, um sämtliche Emotionen, die in Debussys Musik liegen, herauszuarbeiten. Ein französischer Abend aus Berlin zu Ehren des großen Komponisten Claude Debussy, dem Erfinder der modernen Musik – eines Künstlers zwischen Romantik und Moderne, der seine Inspiration aus den Werken großer zeitgenössischer Dichter wie Mallarmé und Verlaine schöpfte.

Live – Europakonzert der Berliner Philharmoniker 2020

© Foto: rbb/Heribert Schindler

© Foto: rbb/Heribert SchindlerDas Erste, 01.05.2020, 11:00-13:00 Uhr. Das diesjährige Europakonzert in kammermusikalischer Besetzung! Seit 1991 feiern die Berliner Philharmoniker ihren Geburtstag am 1. Mai mit dem Europakonzert an einem besonderen historischen Ort. In diesem Jahr sollte das Fernsehkonzert eigentlich als Auftakt einer großen Europatournee in Tel Aviv stattfinden. Das Konzert sollte auch Teil des Staatsbesuchs von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in Israel sein. Durch die weltweite Corona-Pandemie musste der Staatsbesuch verschoben und die gesamte Tournee, einschließlich des Europakonzertes, abgesagt werden. Bundespräsident Steinmeier eröffnet das Europakonzert in der Philharmonie nun mit einer kurzen Ansprache.
Mithilfe ihrer langjährigen Medienpartner Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) und EuroArts ist es den Berliner Philharmonikern kurzfristig gelungen, das Konzert als Live-Übertragung aus der Philharmonie Berlin im Ersten, im Radio auf rbbKultur und online in der Digital Concert Hall zu zeigen. Die Übertragung wird außerdem in mehr als 80 weiteren Ländern zu sehen sein.
Um alle Abstandsregeln und Hygieneanforderungen unter diesen besonderen Umständen einhalten zu können, wurde das Programm an eine kammermusikalische
Besetzung angepasst. Es lautet nun:

Arvo Pärt: »Fratres«
György Ligeti: »Ramifications«
Samuel Barber: »Adagio for Strings«
Gustav Mahler: »Symphonie Nr. 4« (Bearbeitung für Kammerensemble von Erwin Stein)

Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko
Christiane Karg (Sopran)

Maria by Callas

© Foto: ZDF/Fonds de Dotation Maria Callas

© Foto: ZDF/Fonds de Dotation Maria Callas3Sat, 25.04.2020, 20:15-22:10 Uhr. Dokumentarfilm von Tom Volf, Frankreich 2017. Zwei Menschen, sagte sie, gebe es in ihr: Maria und die Callas. Die Frau, deren Schicksal es war, sich der Kunst zu opfern. Und die Sopranistin auf der Suche nach absoluter Vollkommenheit. Maria Callas spricht in dem Dokumentarfilm von Tom Volf offen über sich selbst. Kern ist ein bislang unveröffentlichtes Fernsehinterview der griechisch-amerikanischen Sängerin, begleitet von zahlreichen privaten Aufnahmen und viel Musik aus ihren Opern.
In dem Interview aus dem Jahr 1970 ruft die Operndiva sehr persönlich auch ihre Anfänge als Wunderkind in Erinnerung. Anhand von privaten Foto- und Super-8-Aufnahmen, Aufzeichnungen ihrer großen Auftritte von »Madame Butterfly« über »Tosca« bis »Norma«, wie auch ihrer Briefe, die von Eva Mattes gelesen werden, setzt sich das Mosaik eines Lebens im Dienste der hohen Kunst des Belcanto zusammen.
Doch auch die private Liebestragödie mit dem griechischen Reeder Aristoteles Onassis, der sie für die Kennedy-Witwe Jackie verlassen hatte, wird nicht ausgespart. Dabei geht es dem Dokumentarfilmer Tom Volf weniger um die Huldigung des Weltstars Callas und deren Spiegelung in der Presse, als vielmehr um ein authentisches Porträt der so unerreichbaren »Primadonna assoluta« des 20. Jahrhunderts.
Opernfans kommen auf ihre Kosten: Mit insgesamt zehn komplett ausgesungenen Arien nimmt sich die französische Fernsehproduktion die nötige Zeit, die musikalische Strahlkraft der Ausnahmesängerin Callas wirken zu lassen.

»Fidelio« – inszeniert von Christoph Waltz

© Foto: ArteArte, 13.04.2020, 20:15-22:35 Uhr. Ludwig van Beethovens »Fidelio« am Theater an der Wien! Anlässlich des 250. Geburtstags des Titanen der Wiener Klassik sollte dessen einzige Oper am Ort ihrer Uraufführung erneut auf die Bühne gebracht werden. Die neue Inszenierung des österreichischen Schauspielers und Oscargewinners Christoph Waltz war denn auch mit großer Spannung erwartet worden. Dann, kurz vor der Premiere, die Absage wegen Corona! Doch zum Glück war die monatelange künstlerische Arbeit nicht umsonst. Denn kurzerhand wurde das gesamte Theater in ein modernes TV-Studio umgewandelt und Beethovens einzige Oper mit einem technischen Aufwand fürs Fernsehen in Szene gesetzt, wie er im Rahmen einer normalen Aufführung undenkbar gewesen wäre. So wird der »Fidelio ohne Zuschauer« zu einem ganz besonderen TV-Erlebnis!

In der Vita Ludwig van Beethovens spielt das Theater an der Wien eine herausragende Rolle. Beethoven hat hier viele seiner bedeutendsten Werke, wie etwa die 5. Symphonie, uraufgeführt, zeitweise wohnte er sogar hier. Auch zwei der drei Fassungen seines »Fidelio« brachte er hier auf die Bühne (die erste noch unter dem Titel »Leonore«). Der österreichische Hollywoodstar Christoph Waltz hat sich für seine dritte Opernproduktion die zweite Fassung des »Fidelio« ausgesucht, die 1806 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde. Die Geschichte der standhaften Leonore, die, als Mann verkleidet, unter dem Namen »Fidelio« ihren Gemahl aus dem Kerker zu befreien sucht, ist mit ihren politischen Implikationen heute aktueller denn je; und nicht umsonst gehört »Fidelio« denn auch zum Kernrepertoire praktisch aller Opernhäuser.

Inszenierung: Christoph Waltz
Arnold Schoenberg Chor, Wiener Symphoniker, Manfred Honeck
Bühnenbild: Barkow Leibinger
Kostüme: Judith Holste
Licht: Henry Braham
Mit Nicole Chevalier (Leonore, Fidelio), Eric Cutler (Florestan), Gábor Bretz (Don Pizarro), Christof Fischesser (Rocco), Mélissa Petit (Marzelline), Benjamin Hulett (Jaquino), Károly Szemerédy (Don Fernando).

Händels »Der Messias« in der Bearbeitung von W. A. Mozart

© Foto: ZDF/ORF/Mozarteum/Lucie Jansch

© Foto: ZDF/ORF/Mozarteum/Lucie Jansch3Sat, 11.04.2020, 20:15-22:45 Uhr. Mozartwoche 2020 im Haus für Mozart, Salzburg. Mit Elena Tsallagova (Sopran), Wiebke Lehmkuhl (Alt), Richard Croft (Tenor), José Coca Loza (Bass), Alexis Fousekis (Tänzer) u.a. Regie: Robert Wilson.
Kostüme: Carlos Soto. Philharmonia Chor Wien, Les Musiciens du Louvre, Marc Minkowski.
2020 eröffnete die Mozartwoche der Stiftung Mozarteum in Salzburg mit der Premiere von Händels »Der Messias« in der Bearbeitung von Wolfgang Amadeus Mozart.
Mozart hat dafür vor allem die Bläserstimmen bearbeitet und zum Teil neu komponiert. Bildermagier Robert Wilson führte Regie im Haus für Mozart in Salzburg, die musikalische Umsetzung lag bei Marc Minkowski und seinen »Les Musiciens du Louvre«.
Für den künstlerischen Leiter, Rolando Villazón, ist es die dritte Mozartwoche, die er geplant hat. Mit dem Wunsch, ausschließlich Musik von Wolfgang Amadeus Mozart zu spielen, ist Villazón im Jahr 2017 als Intendant der Mozartwoche Salzburg angetreten. Das beinhaltet für ihn aber auch Bearbeitungen Mozarts, die im Original von anderen Komponisten stammen, wie zum Beispiel Georg Friedrich Händels »Messias«.

Beethovens Oratorium »Christus am Ölberge«

© Foto: ARTE/Mark Allan

© Foto: ARTE/Mark AllanArte, 05.04.2020, 17:25-18:25 Uhr. London Symphony Chorus, London Symphony Orchestra, Sir Simon Rattle. Mit Elsa Dreisig (Sopran), Pavol Breslik (Tenor), David Soar (Bass).
Es galt fast schon als vergessenes Meisterwerk: das einzige Oratorium Beethovens. Vor genau 217 Jahren, am 5. April 1803, wurde »Christus am Ölberge« uraufgeführt. Obwohl die Uraufführung beim Publikum durchaus ein Erfolg war, wurde dieses Werk später nur noch selten dargeboten. Im Rahmen des Beethoven-Jahres 2020 führen das London Symphony Orchestra und der London Symphony Choir unter der Leitung von Sir Simon Rattle dieses Werk im Londoner Barbican Centre neu auf. Die Solistenrollen werden von den herausragenden Sängern Pavol Breslik (Tenor), Elsa Dreisig (Sopran) und David Soar (Bass) übernommen.
Das Oratorium befasst sich mit dem Beginn der Passionsgeschichte Jesu: Nach dem Abendmahl zieht sich Jesus mit seinen Jüngern in den Garten Gethsemane zurück, um zu beten. Die Handlung setzt dort ein, als Jesus seinen Vater um Trost bittet, gleichzeitig aber seinen bevorstehenden Kreuzestod »zum Heil der Menschheit« willkommen heißt, und endet mit der Verhaftung durch die römischen Soldaten.