Cristian Macelaru dirigiert Mahler und Dvorák

© Foto: ZDF/WDR/Joern Neumann3Sat, 01.02.2020, 20:15-21:40 Uhr. Mit Simona Saturova (Sopran) und Michael Nagy (Bariton). Rundfunkchor des Bayerischen Rundfunks, WDR Rundfunkchor, WDR Sinfonieorchester, Cristian Macelaru.
Festliche Paukenschläge als Auftakt zu einer neuen Ära: das Antrittskonzert von Cristian Măcelaru, neuer Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters. Für seinen Einstand wählte Cristian Măcelaru neben Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 4 das kontrastreiche »Te Deum« von Antonin Dvořák – komponiert 1892 zur 400-Jahr-Feier der – angeblichen – Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus.
Der jubelnde Lobgesang ist keineswegs frei von aggressiven Zügen; auch das im Finale der Mahler-Sinfonie besungene »himmlische Leben« aus seinen »Wunderhorn«-Liedern ist ziemlich irdisch.
Seit 2012 hat der gebürtige Rumäne Cristian Macelaru in den USA den Ruf eines Senkrechtstarters. Er war kurzfristig für Pierre Boulez beim Chicago Symphony Orchestra eingesprungen. Zuvor hatte er Violine studiert und wurde mit 19 der jüngste Konzertmeister in der Geschichte des Miami Symphony Orchestra. Danach studierte er Orchesterleitung und dirigierte unter anderem das Los Angeles Philharmonic und das New York Philharmonic.
Ab 2013 war er drei Spielzeiten Conductor-in-residence des Philadelphia Orchestra und regelmäßig Gastdirigent in Europa – wie beim Concertgebouw Orchestra Amsterdam, beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Gewandhausorchester Leipzig.
Der Funke und seine Begeisterung für Musik springen bei Cristian Macelaru direkt über. Dass er für seinen neuen Posten als Chefdirigent von Philadelphia an den Rhein zieht und unbedingt Deutsch lernen will – neben den Sprachen Rumänisch, Englisch, Französisch und Italienisch, die er bereits beherrscht – ist für ihn eine Selbstverständlichkeit.
Cristian Macelaru folgt dem finnischen Chefdirigenten Jukka-Pekka Saraste, der das WDR Sinfonieorchester neun Jahre lang geleitet hat. Um den 1980 geborenen Nachfolger kennenzulernen, stellt ihn Marion Ammicht in einem Porträt vor – dafür hat sie ihn auch in seiner Geburtsstadt Temeswar besucht.

Programm:
– Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 4 G-Dur für Orchester und Sopransolo
– Antonin Dvorák: Te Deum op. 103 für Soli, Chor und Orchester

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