Salzburger Pfingstfestspiele 2017: Ariodante

© Foto: ZDF/ORF/Salzburger Festspiele/Monika Rittershaus

© Foto: ZDF/ORF/Salzburger Festspiele/Monika Rittershaus3Sat, 13.06.2020, 20:15-23:50 Uhr. Dramma per musica in drei Akten HWV 33 (1734). Seit 2012 leitet Cecilia Bartoli die »Salzburger Pfingstfestspiele«. 2017 brachte der Weltstar Georg Friedrich Händels »Ariodante« auf die Bühne und schlüpfte selbst in die Titelrolle. Für Regisseur Christof Loy sind Wahrheitssuche, Geschlechterrollen und Identitäten die zentralen – auch heute aktuellen – Themen des mittelalterlichen Ritterepos. Liebliche Szenen im lichten Garten stehen neben böser Intrige, ausgeheckt in dunkler Nacht. Heiterkeit und Optimismus kontrastieren mit Düsternis und Verzweiflung, arkadische Lust kippt in albtraumhafte Angst. Als Meister des musikalischen Kontrasts führt Georg Friedrich Händel in »Ariodante« virtuos sämtliche Varianten der Bezeugung von Liebe und Macht vor und zieht alle Register des Genres. Dabei kämpfte der deutsche Komponist und Impresario, der in den 1720er-Jahren mit seiner Operngesellschaft in London reüssiert hatte, zur Zeit der Entstehung der Oper ums künstlerische Überleben. Die Begeisterung an italienischen Sujets war abgeflaut, und Händel sah sich massiver Konkurrenz durch einen rivalisierenden Veranstalter ausgesetzt. In dieser prekären Lage tat sich ihm Anfang 1735 die Möglichkeit auf, eine neue Oper am zwei Jahre zuvor eröffneten Theatre Royal in Covent Garden aufzuführen. Um das englische Publikum einzunehmen, griff Händel ein schottisches Thema auf und erweiterte die Opernhandlung um Ballette. Die Geschichte beruht auf einer Szene aus Ariosts »Orlando furioso«: Ariodante kommt mit seinem Bruder Lurcanio an den Hof des schottischen Königs und verliebt sich in die Königstochter Ginevra. Doch Polinesso hat auch ein Auge auf sie geworfen. Das Bühnenbild – ein schneeweißer Guckkasten – ist betont sparsam, die Inszenierung zeitlos zwischen den Epochen angesiedelt: Rüstung und Barockperücke stehen neben Businessanzug und Cocktailkleid. Cecilia Bartoli ist nicht der einzige Superstar dieser Produktion: Rolando Villazón brilliert als Ariodantes Bruder Lurcanio. Gianluca Capuano dirigiert das 2016 von Cecilia Bartoli gegründete Barock-Ensemble Les Musiciens du Prince.

Bühnenbild: Johannes Leiacker
Kostüme: Ursula Renzenbrink
Choreografie: Andreas Heise
Chor: Salzburger Bachchor
Orchester: Les Musiciens du Prince, Monaco
Musikalische Leitung: Gianluca Capuano
Inszenierung: Christof Loy
Bildregie: Tiziano Mancini

Darsteller:
Der König von Schottland: Nathan Berg
Ariodante: Cecilia Bartoli
Ginevra: Kathryn Lewek
Lurcanio: Rolando Villazón
Polinesso: Christophe Dumaux
Dalinda: Sandrine Piau
Odoardo: Kristofer Lundin

Maria by Callas

© Foto: ZDF/Fonds de Dotation Maria Callas

© Foto: ZDF/Fonds de Dotation Maria Callas3Sat, 25.04.2020, 20:15-22:10 Uhr. Dokumentarfilm von Tom Volf, Frankreich 2017. Zwei Menschen, sagte sie, gebe es in ihr: Maria und die Callas. Die Frau, deren Schicksal es war, sich der Kunst zu opfern. Und die Sopranistin auf der Suche nach absoluter Vollkommenheit. Maria Callas spricht in dem Dokumentarfilm von Tom Volf offen über sich selbst. Kern ist ein bislang unveröffentlichtes Fernsehinterview der griechisch-amerikanischen Sängerin, begleitet von zahlreichen privaten Aufnahmen und viel Musik aus ihren Opern.
In dem Interview aus dem Jahr 1970 ruft die Operndiva sehr persönlich auch ihre Anfänge als Wunderkind in Erinnerung. Anhand von privaten Foto- und Super-8-Aufnahmen, Aufzeichnungen ihrer großen Auftritte von »Madame Butterfly« über »Tosca« bis »Norma«, wie auch ihrer Briefe, die von Eva Mattes gelesen werden, setzt sich das Mosaik eines Lebens im Dienste der hohen Kunst des Belcanto zusammen.
Doch auch die private Liebestragödie mit dem griechischen Reeder Aristoteles Onassis, der sie für die Kennedy-Witwe Jackie verlassen hatte, wird nicht ausgespart. Dabei geht es dem Dokumentarfilmer Tom Volf weniger um die Huldigung des Weltstars Callas und deren Spiegelung in der Presse, als vielmehr um ein authentisches Porträt der so unerreichbaren »Primadonna assoluta« des 20. Jahrhunderts.
Opernfans kommen auf ihre Kosten: Mit insgesamt zehn komplett ausgesungenen Arien nimmt sich die französische Fernsehproduktion die nötige Zeit, die musikalische Strahlkraft der Ausnahmesängerin Callas wirken zu lassen.

»Fidelio« – inszeniert von Christoph Waltz

© Foto: ArteArte, 13.04.2020, 20:15-22:35 Uhr. Ludwig van Beethovens »Fidelio« am Theater an der Wien! Anlässlich des 250. Geburtstags des Titanen der Wiener Klassik sollte dessen einzige Oper am Ort ihrer Uraufführung erneut auf die Bühne gebracht werden. Die neue Inszenierung des österreichischen Schauspielers und Oscargewinners Christoph Waltz war denn auch mit großer Spannung erwartet worden. Dann, kurz vor der Premiere, die Absage wegen Corona! Doch zum Glück war die monatelange künstlerische Arbeit nicht umsonst. Denn kurzerhand wurde das gesamte Theater in ein modernes TV-Studio umgewandelt und Beethovens einzige Oper mit einem technischen Aufwand fürs Fernsehen in Szene gesetzt, wie er im Rahmen einer normalen Aufführung undenkbar gewesen wäre. So wird der »Fidelio ohne Zuschauer« zu einem ganz besonderen TV-Erlebnis!

In der Vita Ludwig van Beethovens spielt das Theater an der Wien eine herausragende Rolle. Beethoven hat hier viele seiner bedeutendsten Werke, wie etwa die 5. Symphonie, uraufgeführt, zeitweise wohnte er sogar hier. Auch zwei der drei Fassungen seines »Fidelio« brachte er hier auf die Bühne (die erste noch unter dem Titel »Leonore«). Der österreichische Hollywoodstar Christoph Waltz hat sich für seine dritte Opernproduktion die zweite Fassung des »Fidelio« ausgesucht, die 1806 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde. Die Geschichte der standhaften Leonore, die, als Mann verkleidet, unter dem Namen »Fidelio« ihren Gemahl aus dem Kerker zu befreien sucht, ist mit ihren politischen Implikationen heute aktueller denn je; und nicht umsonst gehört »Fidelio« denn auch zum Kernrepertoire praktisch aller Opernhäuser.

Inszenierung: Christoph Waltz
Arnold Schoenberg Chor, Wiener Symphoniker, Manfred Honeck
Bühnenbild: Barkow Leibinger
Kostüme: Judith Holste
Licht: Henry Braham
Mit Nicole Chevalier (Leonore, Fidelio), Eric Cutler (Florestan), Gábor Bretz (Don Pizarro), Christof Fischesser (Rocco), Mélissa Petit (Marzelline), Benjamin Hulett (Jaquino), Károly Szemerédy (Don Fernando).

Klassik nonstop auf 3Sat mit Ballett und viel Oper

© Foto: ZDF/Vladimir Shirokov/Deutsche Grammophon GmbH

3Sat, Samstag, 28.03.2020. Über 20 Stunden Klassik nonstop

© Foto: Deutsche Oper am Rhein/Gert Weigelt08:10-10:20 Uhr, Tschaikowskys Schwanensee. Aus dem Opernhaus Düsseldorf, Juli 2018.
Dramaturgie: Anne do Paço
Bühnenbild: Florian Etti
Kostüme: Florian Etti
Choreografie: Martin Schläpfer
Musikalische Leitung: Axel Kober
Die Kritiker-Umfrage der »Deutschen Bühne« kürte Martin Schläpfer für seinen »Schwanensee« zum Choreographen des Jahres 2018. 3sat zeigt die bildstarke Aufzeichnung Peter Schönhofers. Das Ballett am Rhein wird von den Düsseldorfer Symphonikern unter Leitung von Axel Kober begleitet. Florian Etti zeichnet für die Bühne und die Kostüme, Stefan Bolliger für das Lichtdesign verantwortlich.

© Foto: ZDF/SRF/LAC 2018, M. Pasquali10:20-13:25 Uhr, Der Barbier von Sevilla. Die erste Opernaufführung im Kunst- und Kulturtempel LAC in Lugano im Herbst 2018. Diego Fasolis und sein Orchester I Barocchisti bringen den »Barbier von Sevilla« mit historischen Instrumenten in die Neuzeit. Die Solisten Edgardo Rocha, Riccardo Novaro, Lucia Cirillo und Giorgio Caoduro werden vom Chor des Schweizerischen Rundfunks begleitet. An den Gestaden des Lago Maggiore in Lugano feierte Gioachino Rossinis Meisterwerk »Der Barbier von Sevilla« im September 2018 einen großen Publikumserfolg. Ein Großereignis für das Tessin, handelte es sich doch um die erste selbst produzierte Oper im neuen Kulturzentrum LAC.
Regie: Carmelo Rifici, Chor des Schweizer Rundfunks, I Barocchist, Diego Fasolis, Edgardo Rocha (Graf Almaviva), Riccardo Novaro (Bartolo), Lucia Cirillo (Rosina), Giorgio Caoduro (Figaro) u. a.

13:25-16:30 Uhr, NDR Klassik Open Air Don Giovanni, Rathaus Hannover, August 2018. NDR Chor, NDR Radiophilharmonie, Andrew Manze
Die NDR Radiophilharmonie spielt bei der NDR Klassik Open Air 2018 die Oper »Don Giovanni« von Wolfgang Amadeus Mozart. Erstmals steht bei der Veranstaltung Chefdirigent Andrew Manze am Pult. Neu in diesem Jahr dabei ist zudem der NDR Chor. Als Gesangssolisten sind international gefeierte Künstler zu Gast. Ludovic Tézier singt die Titelrolle. In den weiteren Rollen sind Malin Byström als Donna Anna und Luca Pisaroni als Leporello zu erleben. Der Tenor Paolo Fanale gibt den Don Ottavio, die Sopranistin Jennifer Holloway die Donna Elvira. Komplettiert wird das Sängerensemble mit Krzysztof Baczyk (Masetto), Cassandre Berthon (Zerlina) und Michael Dries (Komtur).

16:30-18:10 Uhr, Anna Netrebko singt »Aida«, Salzburger Festspiele, 2017.
Das Highlight der Salzburger Festspiele 2017: Anna Netrebko singt erstmals Aida.
Aus Salzburg erwartet die Zuschauer eine besonders hochkarätige Aufführung. Die Wiener Philharmoniker spielen unter der Leitung des Verdi-Experten Riccardo Muti. Eine weitere spannende Premiere ist die Inszenierung selbst: Shirin Neshat, Filmemacherin, Fotografin und Videokünstlerin, führt zum ersten Mal bei einer Oper Regie.

18:10-20:15 Uhr, Georges Bizet: Carmen, Bregenzer Festspiele, 2017.
Wiener Symphoniker, Paolo Carignani. Inszenierung: Kasper Holten
Die Carmen ist Publikumsliebling auf allen internationalen Opernspielplänen und lockt auch an der weltgrößten Seebühne in Bregenz während der sommerlichen Festspielzeit Abend für Abend 7000 Besucher an den Bodensee.

© Foto: ZDF/ORF/Oper im Steinbruch/Armin Bardel20:15-22:40 Uhr, Die Zauberflöte, »Oper im Steinbruch«, St. Margarethen 2019.
Bühnenbild: Raimund Bauer, Kostüme: Gianluca Falaschi, Choreografie: Kati Farkas, Chor: Philharmonia Chor Wien, Orchester: Budapester Philharmonische Gesellschaft, Musikalische Leitung: Karsten Januschke, Regie: Carolin Pienkos, Cornelius Obonya. Die einzigartige Felsenlandschaft des Steinbruchs St. Margarethen bot eine spektakuläre und zugleich märchenhafte Kulisse für Mozarts Parabel auf die Liebe und die Vernunft.

© Foto: ZDF/Vladimir Shirokov/Deutsche Grammophon GmbH22:40-00:10 Uhr, Anna Netrebko in der Waldbühne 2017.
Anna Netrebko (Sopran) und Yusif Eyvazov (Tenor), Staatsoper Ungarn, Michelangelo Mazza.
Für die russische Sopranistin ist es seit 2004 bereits der vierte Auftritt in der Waldbühne mit ihrer einzigartigen Atmosphäre. Vor Tausenden von Menschen präsentieren sie und ihr Mann ein populäres Programm mit beliebten Opernarien, Duetten und Liebesliedern. Im Mittelpunkt stehen Ausschnitte aus den Opern »Nabucco« und »Aida« von Giuseppe Verdi sowie »Tosca« und »Turandot« von Giacomo Puccini. Nicht fehlen dürfen an einem solchen Sommerabend beliebte Arien wie »Nessun dorma«, »E lucevan le stelle« und »O mio babbino caro«. Aber auch neu komponierte Stücke, wie die romantischen Lieder des russischen Songschreibers Igor Krutoy, sorgen in der Waldbühne für stimmungsvolle musikalische Momente.

 

© Foto: ZDF, ORF/cmajor-entertainment/Julia Schoierer00:10-01:20 Uhr, Carmina Burana aus der Verbotenen Stadt, Peking 2018
Erstmals seit vielen Jahren fand wieder ein klassisches Konzert auf dem Platz vor dem berühmten Kaiserlichen Ahnentempel Taimiao statt. Wiener Singakademie, Shanghai Spring, Childrens Choir Shanghai Symphony Orchestra, Long Yu, Regie: Tiziano Mancini. Mit Aida Garifullina (Sopranistin), Toby Spence (Tenor) und Ludovic Tézier (Bariton).

© Foto: ZDF/Bregenzer Festspiele/Lisa Mathis01:20-04:25 Uhr, Rigoletto, Oper in drei Akten, Bregenzer Festspiele 2019.
Bregenzer Festspielchor, Prager Philharmonischer Chor, Wiener Symphoniker, Enrique Mazzola, Inszenierung: Philipp Stölzl. 2019 feiert Giuseppe Verdis Opernklassiker »Rigoletto« Premiere auf der Seebühne am Bodensee. 3sat zeigt von den Bregenzer Festspielen die Aufzeichnung der Neuinszenierung von Philipp Stölzl. Mit Stephen Costello (Herzog von Mantua), Vladimir Stoyanov (Rigoletto), Mélissa Petit (Gilda), Giovanna Katrin Wundsam (Maddalena), Miklós Sebestyén (Sparafucile), Kostas Smoriginas (Graf von Monterone), Wolfgang Stefan Schwaiger (Marullo), Paul Schweinester (Borsa), Jorge Eleazar (Graf von Ceprano), Leonie Renaud (Gräfin), Hyunduk Kim (Page).

»Der Rosenkavalier« in der Inszenierung von André Heller

© Foto: ZDF/Ruth Walz

© Foto: ZDF/Ruth Walz3Sat, 21.03.2020, 20:15-23:35 Uhr. Aufzeichnung aus der Staatsoper Berlin, Februar 2020. Musikalische Leitung: Zubin Mehta. André Heller inszeniert den »Rosenkavalier« an der Berliner Staatsoper. Mit seiner ersten Opernregie fügt er seinem genreübergreifenden und multimedialen Wirken ein weiteres Kapitel hinzu.
Der »Rosenkavalier« ist ein absoluter Höhepunkt im Schaffen von Richard Strauss und seinem Textdichter Hugo von Hofmannsthal. Die Geschichte um einen jungen Adligen zwischen zwei Frauen im Wien Maria Theresias ist voller kühner Volten und fantastischer Verwicklungen.
Und wie geschaffen für eine fantasievolle Umsetzung mit allen Mitteln des modernen Theaters. Dabei kann André Heller auf ein erstklassiges Ensemble bauen, mit Stars wie Camilla Nylund, Roman Trekel sowie der Opus Klassik Preisträgerin Nadine Sierra. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Altmeister Zubin Mehta.
André Heller ist Chansonier, Schauspieler, Zirkusgründer, Varieté Macher und Inszenator von Spektakeln wie »Afrika! Afrika!«, in denen eine Vielzahl von Genres wie Artistik, Musik und Tanz mit überbordender Fantasie kombiniert werden. Mit seiner ersten Operninszenierung, noch dazu in Berlin, folgt Heller den Spuren des Wieners Max Reinhardt, der Anfang des 20. Jahrhunderts die Berliner Bühnen beherrschte und das Theater mit einer Vielzahl von Neuerungen, wie etwa der Drehbühne, revolutionierte.
1911 inszenierte Reinhardt auch die Uraufführung des »Rosenkavalier« von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal. Man darf gespannt sein, wie sich das Multimediagenie von heute mit dem Erbe des großen Theatergenies von damals auseinandersetzt.

Mit Camilla Nylund (Feldmarschallin Fürstin Werdenberg), Günther Groissböck (Baron Ochs auf Lerchenau), Michèle Losier (Octavian), Roman Trekel (Herr von Faninal), Nadine Sierra (Sophie) u. a.

Anna Netrebko & Piotr Beczala in »Lohengrin«

© Foto: ARTE/Daniel Koch, Semperoper Dresden

© Foto: ARTE/Daniel Koch, Semperoper DresdenArte, 09.03.2020, 05:00-06:40. Sächsischer Staatsopernchor Dresden, Sächsische Staatskapelle Dresden, Christian Thielemann. Mit Anna Netrebko (Elsa von Brabant), Piotr Beczala (Lohengrin), Tomasz Konieczny (Friedrich von Telramund), Georg Zeppenfeld (Heinrich der Vogler), Evelyn Herlitzius (Ortrud), Derek Welton (Heerrufer des Königs).
Zwei Weltstars gaben im Mai 2016 in Wagners »Lohengrin« ihre Rollen-Debüts an der Semperoper Dresden: Anna Netrebko als Elsa und Piotr Beczala in der Titelpartie. Mit Christian Thielemann stand einer der derzeit bedeutendsten Wagner-Dirigenten am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Mit Evelyn Herlitzius (Ortrud), Tomasz Konieczny (Friedrich) und Georg Zeppenfeld (Heinrich) waren auch die weiteren Rollen hochkarätig besetzt. Geradezu euphorisch fiel die Kritik aus, so urteilte die »Süddeutsche Zeitung«: »Die Aufführung ist von grandioser sängerischer Präsenz. Die Semperoper bebte vor Ovationen.« Weil die Karten für die vier Vorstellungen im Nu ausverkauft waren, wird eine der Aufführungen im Fernsehen übertragen. ARTE kombiniert die hochklassigen Bilder aus dem berühmten Opernhaus mit dem stimmungsvollen Open-Air-Erlebnis von »Lohengrin«. Die Höhepunkte dieser Aufführung werden mit Einblicken hinter die Bühne ergänzt: Wie bereiten sich die Künstler auf ihren Auftritt vor? Wie funktioniert die Bühnentechnik? Die einstige Lieblingsoper von König Ludwig II. ist in der Inszenierung von Christine Mielitz an der Semperoper zum Klassiker geworden: Gerade als sich die unrechtmäßig des Mordes bezichtigte Elsa in höchster Bedrängnis und ihren Widersachern Ortrud und Telramund hilflos ausgeliefert sieht, erscheint ein geheimnisvoller Schwanenritter, der der Erbin Brabants nicht nur zu Recht und Land verhilft, sondern auch um ihre Hand anhält. Alles scheint gerettet, wäre da nicht das unselige Verbot des Ritters, nach seinem Namen und seiner Herkunft zu fragen – und Elsas unstillbare Neugier. Als sie nicht mehr widerstehen kann, gibt er sich als Gralsritter Lohengrin zu erkennen und nimmt trotz Flehen und Drängen schmerzvoll Abschied von seiner Gattin und ihrem Reich.

Aus der Mailänder Scala: Mozarts »Le nozze di Figaro«

© Foto: ZDF/ORF/RAI/Brescia e Amisano/Teatro alla Scala

© Foto: ZDF/ORF/RAI/Brescia e Amisano/Teatro alla Scala3Sat, 11.01.2020, 20:15-23:15 Uhr. Die Neuinszenierung von Mozarts »Le nozze di Figaro« an der Mailänder Scala war 2016 ein großer Erfolg bei Kritik und Publikum. Am Dirigentenpult stand der Österreicher Franz Welser-Möst.
Jahrzehntelang hatte die Scala die legendäre »Figaro«-Inszenierung von Giorgio Strehler im Repertoire. In der Neuproduktion spielt der junge britische Regisseur Frederic Wake-Walker immer wieder mit Versatzstücken auf Strehler an und geht zugleich ganz eigene Wege.
In einem der schönsten Opernhäuser der Welt konnte man 2016 eine eindrucksvolle Neuinszenierung bewundern: Der junge britische Regie-Shootingstar Frederic Wake-Walker nahm sich Wolfgang Amadeus Mozarts Opera buffa »Le nozze di Figaro« an und lieferte eine intelligente und frische Neu-Interpretation. Seit 1981 war Mozarts »Figaro« in Mailand in der legendären Inszenierung von Giorgio Strehler im Repertoire. Wake-Walker spielt mit dem berühmten Vorbild: Er stellt mit Kulissen-Versatzstücken und der Einführung einer Strehler-Figur, die die meiste Zeit auf der Bühne sitzt, in der Partitur mitliest, Anmerkungen macht und mit einer Kurbel die Drehbühne bewegt, eine Hommage an Giorgio Strehler zusammen – respektvoll, aber nie devot.
Inhaltlich fokussiert Wake-Walker die Handlung des Stücks auf die Instabilität der Liebe. In der Ausstattung und in den Kostümen zeigt sich der Hauptunterschied zur Strehler-Inszenierung: Bewegte sich diese in einer herausgeputzten Rokoko-Welt, so führen Wake-Walker und McDonald aus einer anfänglich distanziert historischen Welt allmählich in die Gegenwart. Das ist ein raffinierter und sehr innovativer Ansatz. Mozarts Figuren werden allmählich aus ihren (Kleider)-Hüllen herausgeschält und mutieren zu Menschen von heute, zu Liebenden mit den Problemen des 21. Jahrhunderts.
Die Neuinszenierung ist ein Musterbeispiel dafür, dass auch in höchst traditionellen und traditionsbewussten Häusern stilvoll Neues erschaffen werden kann. Für höchstes musikalisches Niveau bürgt der österreichische Stardirigent Franz Welser-Möst bei seinem Debüt an der Mailänder Scala. Die Besetzung ist ebenfalls ausgezeichnet: Carlos Álvarez als Graf, Diana Damrau als Gräfin, Golda Schultz als Susanna und Marianne Crébassa als Cherubino sind stimmlich in Hochform und überzeugen auch schauspielerisch. Ebenso wie der österreichische Tenor Markus Werba in der Titelrolle des »Figaro«.

Musikalische Leitung: Franz Welser-Möst
Inszenierung: Frederic Wake-Walker

Darsteller:
Il conte: Carlos Álvarez
La contessa: Diana Damrau
Figaro: Markus Werba
Susanna: Golda Schultz
Cherubino: Marianne Crebassa

250 Jahre Beethoven – 24 Stunden Beethoven an Neujahr

© Foto: ZDF/3sat/Kat Menschik

© Foto: ZDF/3sat/Kat Menschik3Sat, 01.01.2020, 06:00 Uhr bis 02.01.2020, 06:00 Uhr. Er war selbstbewusst, geschäftstüchtig und revolutionierte die Musikgeschichte: Ludwig van Beethoven. Anlässlich seines 250. Geburtstags widmet sich 3sat am Mittwoch, 1. Januar 2020, ab 6.00 Uhr 24 Stunden lang dem großen deutschen Komponisten. Zu erleben sind am 3satThementag »TATATATAAA – 250 Jahre Beethoven« Sinfonien, Konzerte, Beethovens einzige Oper »Fidelio«, Filme und Dokumentationen zu Leben und Werk des musikalischen Genies, darunter um 20.15 Uhr die neue Dokumentation »Diesen Kuss der ganzen Welt – Beethoven heute« über die Bedeutung des Komponisten in unserer Zeit.

Hier alle Sendungen in der Übersicht:

Rock the Classic – Mad Sin
»Rock the Classic« oder eher »Shock the Classic«
01.01.2020, 06:00-06:45 Uhr

Die Akte Beethoven
Film von Ralf Pleger und Hedwig Schmutte
01.01.2020, 06:45-07:15 Uhr

Sonate für zwei »Beethoven«
Mit Lev Vinocour und Nina Mavis Brunner
01.01.2020, 07:15-07:55 Uhr

Beethoven – Klavierkonzert Nr. 1 C-Dur, op. 15
Wiener Philharmoniker, Rudolf Buchbinder (Klavier und Leitung)
01.01.2020, 07:55-08:35 Uhr

Beethoven – Klavierkonzert Nr. 2 B-Dur, op. 19
Wiener Philharmoniker, Rudolf Buchbinder (Klavier und Leitung)
01.01.2020, 08:35-09:10 Uhr

Beethoven – Klavierkonzert Nr. 3 c-Moll, op. 37
Wiener Philharmoniker, Rudolf Buchbinder (Klavier und Leitung)
01.01.2020, 09:10-09:45 Uhr

Beethoven – Klavierkonzert Nr. 4 G-Dur, op. 58
Wiener Philharmoniker, Rudolf Buchbinder (Klavier und Leitung)
01.01.2020, 09:45-10:25 Uhr

Beethoven – Klavierkonzert Nr. 5 Es-Dur, op. 7
Wiener Philharmoniker, Rudolf Buchbinder (Klavier und Leitung)
01.01.2020, 10:25-11:05 Uhr

Mythos Beethoven (1/6)
Der Revolutionär
01.01.2020, 11:05-11:35 Uhr

Mythos Beethoven (2/6)
Der Revolutionär
01.01.2020, 11:35-12:05 Uhr

Missa Solemnis D-Dur, op. 123
Berliner Philharmoniker, Herbert von Karajan
01.01.2020, 12:05-13:25 Uhr

Mythos Beethoven (3/6)
Der Virtuose
01.01.2020, 13:25-13:55 Uhr

Mythos Beethoven (4/6)
Der Kranke
01.01.2020, 13:55-14:25 Uhr

Beethoven: Sinfonie Nr. 1 C-Dur, op. 21
hr-Sinfonieorchester, Andrés Orozco-Estrada
01.01.2020, 14:25-14:55 Uhr

Karajan dirigiert Beethoven, Symphonie Nr. 3, Es-Dur, op. 55 »Eroica«
Philharmonie Berlin, 1971
01.01.2020, 14:55-15:45 Uhr

Karajan dirigiert Beethoven, Symphonie Nr. 5, c-Moll, op. 67, »Schicksalssymphonie«
Philharmonie Berlin, 1972
01.01.2020, 15:45-16:15 Uhr

Beethoven: Sinfonie Nr. 7 A-Dur, op. 92
hr-Sinfonieorchester, Andrés Orozco-Estrada
01.01.2020, 16:15-17:00 Uhr

Mythos Beethoven (5/6)
Der Unternehmer
01.01.2020, 17:00-17:30 Uhr

Mythos Beethoven (6/6)
Der Unsterbliche
01.01.2020, 17:30-18:00 Uhr

»Fidelio«, Oper in zwei Aufzügen op. 72
Salzburger Festspiele 2015
01.01.2020, 18:00-20:15 Uhr

Diesen Kuss der ganzen Welt
Beethoven heute
01.01.2020, 20:15-21:15 Uhr

Klang der Stille (Copying Beethoven)
Spielfilm, USA 2006
01.01.2020, 21:15-22:55 Uhr

Berliner Philharmoniker Open Air, Beethovens 9. Sinfonie
Saisoneröffnung mit Kirill Petrenko, Brandenburger Tor, Berlin 2019
01.01.2020, 22:55-00:05 Uhr

Die Akte Beethoven
Film von Ralf Pleger und Hedwig Schmutte
02.01.2020, 00:05-00:55 Uhr

Beethoven: Sinfonie Nr. 1 C-Dur, op. 21
hr-Sinfonieorchester, Andrés Orozco-Estrada
02.01.2020, 00:55-01:25 Uhr

Karajan dirigiert Beethoven, Symphonie Nr. 3, Es-Dur, op. 55 »Eroica«
Philharmonie Berlin, 1971
01.01.2020, 01:25-02:15 Uhr

Karajan dirigiert Beethoven, Symphonie Nr. 5, c-Moll, op. 67, »Schicksalssymphonie«
Philharmonie Berlin, 1972
02.01.2020, 02:15-02:45 Uhr

Beethoven: Sinfonie Nr. 7 A-Dur, op. 92
hr-Sinfonieorchester, Andrés Orozco-Estrada
02.01.2020, 02:45-03:35 Uhr

»Fidelio«, Oper in zwei Aufzügen op. 72
Salzburger Festspiele 2015
01.01.2020, 03:35-05:55 Uhr

Anna Netrebko in Puccinis »Tosca«

© Foto: Arte/Vladimir Shirokov

© Foto: Arte/Vladimir ShirokovArte, 07.12.2019, 20:15-22:15 Uhr. Die  Saisoneröffnung 2019 an der Mailänder Scala versprach ein musikdramatisches Erlebnis der Extraklasse. Uraufgeführt 1900 in Rom, gilt »Tosca« heute als das Werk, in dem Puccini dem Verismo am nächsten kommt. Die Figur der Operndiva Floria Tosca, die einzig in ihren künstlerischen Idealen lebt und an einer grausamen Wirklichkeit scheitert, ist ganz sicher die wahrhaftigste in Puccinis reichhaltigem Arsenal an faszinierenden Frauengestalten. Eine Rolle wie geschaffen für die russische Diva Anna Netrebko auf dem Höhepunkt ihrer Kunst.
Die weitere Besetzung ebenfalls exquisit: Luca Salsi gibt Toscas Gegenspieler Scarpia, Francesco Meli den unbeugsamen Maler Mario Cavaradossi. Die Inszenierung übernahm der italienische Regisseur Davide Livermore. Riccardo Chailly leitet das Orchester des Teatro alla Scala.
Die traditionelle Saisoneröffnung an der Mailänder Scala ist einer der absoluten Höhepunkte im internationalen Opernjahr und ein Muss für die italienische Society. Den exklusiven Opernabend moderiert Annette Gerlach.

Mit Anna Netrebko (Tosca), Luca Salsi (Scarpia), Vladimir Sazdovski (Angelotti), Francesco Meli (Cavaradossi), Alfonso Antoniozzi (Sagrestano), Carlo Bosi (Spoletta), Giulio Mastrototaro (Sciarrone).

Libera Me – Verdi-Choreographie von Christian Spuck

© Foto: Arte/Gregory Batardon

© Foto: Arte/Gregory BatardonArte, 25.11.2019, 01:05-02:45 Uhr. Choreographie: Christian Spuck. Chor und Zusatzchor der Oper Zürich, Philharmonia Zürich, Fabio Luisi. Mit Veronica Simeoni (Mezzosopran), Krassimira Stoyanova (Sopran), Georg Zeppenfeld (Bass), Francesco Meli (Tenor). Zürich 2016. Mit der »Messa da Requiem« bringt Christian Spuck eines der zentralen Werke von Giuseppe Verdi auf die Bühne. 36 Tänzer, der Chor der Oper Zürich und vier hochkarätige Solisten vereinen sich unter der musikalischen Leitung von Fabio Luisi zu dreizehn groß angelegten Bildern, die sich den ureigensten Themen des Menschseins widmen. So wie Verdi in der musikalischen Gestaltung über die rein christliche Vorstellung von Tod und Auferstehung hinausgeht, geht es auch Christian Spuck nicht um eine rein religiöse Deutung des liturgischen Textes. In poetischen Tableaus setzt er sich mit allgemein menschlichen Emotionen auseinander und thematisiert Gefühle wie Angst, Zorn, Schmerz, Trauer und die Sehnsucht nach Erlösung.
Das Bühnenbild von Christian Schmidt – ein monumentaler, dunkler, aber lebendiger Raum – eröffnet mit seinen Versenkungen und szenografischen Elementen wie einem Dornbusch und mobilen Scheinwerfen ein vielfältiges Repertoire von Auftritts- und Aktionsmöglichkeiten. Auf farbliche Kontraste setzt die britische Kostümbildnerin Emma Ryott. Während die Solisten und der Chor in dunklen Farben gehalten sind, betont sie in den hell-transparenten Tänzerkostümen die menschliche Verletzlichkeit.
»Ich möchte berührende Bilder finden, die der Musik adäquat sind und damit dem gigantischen Werk in einer Weise gerecht werden, dass man es im Anschluss anders erfahren und tiefer verinnerlichen kann«, so beschreibt Christian Spuck den eigenen Anspruch an diese Arbeit. Ausdrücklich geht es ihm als Regisseur und Choreograph nicht um eine rein tänzerische Illustration von Verdis Musik, sondern um die inhaltlich-szenische Verbindung der Tänzer mit den Solisten und den Chorsängern.
Der Chor agiert gemeinsam mit den Tänzern auf der Bühne und ist in ritualisierte Bewegungen und Vorgänge eingebunden. So entstehen überraschende und gelegentlich auch verstörende Elemente, die eine neue Perspektive auf eines der großen klassischen Meisterwerke ermöglichen. Christian Spucks »Messa da Requiem« ist die erste Gemeinschaftsproduktion von Oper und Ballett Zürich in der Direktionszeit von Opernintendant Andreas Homoki. Die überaus aufwendige szenische Umsetzung, in der Gesang und Tanz auf das Innerlichste miteinander verschränkt sind, verspricht ein außergewöhnliches Bühnenereignis.