»Die Fledermaus« aus der Semperoper

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© Foto: ZDF/Matthias CreutzigerZDF, 30.12.2018, 22:10-23:45 Uhr. Mit vorzüglicher Besetzung: Jonas Kaufmann mit seinem Rollendebüt als Eisenstein, Rachel Willis-Sørensen als seine Frau Rosalinde, Elisabeth Kulman als Prinz Orlofsky. Am Pult der Staatskapelle Dresden steht einer der besten Dirigenten weltweit: Franz Welser-Möst.
Beim festlichen Konzert aus der Semperoper werden die Highlights aus der »Fledermaus« gespielt – der Operette, die wie kaum eine andere voller Esprit, Humor und unvergesslicher Melodien ist. Angeblich hat Johann Strauss sein Meisterwerk innerhalb von sechs Wochen komponiert.
Dass Startenor Jonas Kaufmann, der bei seinen Konzerten und in jeder Opernaufführung frenetisch gefeiert wird, ein Faible für die Operette hat, ist nicht jedem bekannt. Und so kann man seinem Rollendebüt als Eisenstein in der Semperoper mit Spannung entgegensehen.
Mit der amerikanischen Sopranistin Rachel Willis-Sørensen als Rosalinde an seiner Seite hat er eine Partnerin, die diese Rolle gerade auch an der Deutschen Oper Berlin singt. Darüber hinaus macht sie an Häusern wie der Met in New York, dem Royal Opera House in London oder der Bayerischen Staatsoper in München international Karriere.
Rosalindes Verehrer in der »Fledermaus« ist der etwas aufdringliche Gesangslehrer Alfred, der in Dresden von dem österreichischen Tenor Andreas Schager gesungen wird. Schager, der zu Beginn seiner Karriere auch als Operettentenor engagiert war, hat sich mittlerweile international vor allem mit Wagner-Partien einen großen Namen gemacht.
Elisabeth Kulman als lebenslustiger und feierfreudiger Prinz Orlofsky ist eine Idealbesetzung. Die österreichische Mezzosopranistin hat diese Hosenrolle schon mehrfach und mit großem schauspielerischem Talent gesungen, darunter mehrere Jahre hintereinander an der Wiener Staatsoper.
Die weiteren Gesangsrollen in der »Fledermaus« sind mit Ensemble-Mitgliedern der Dresdner Semperoper besetzt: Tuuli Takala (Adele), Tahnee Niboro (Ida), Beomjin Kim (Dr. Blind), Sebastian Wartig (Dr. Falke) und Markus Marquardt (Frank). Außerdem mit von der Partie: der Sächsische Staatsopernchor.
Franz Welser-Möst, der von 2010 bis 2014 Generalmusikdirektor der Wiener Staatsoper war, regelmäßig bei den Salzburger Festspielen gastiert und Chefdirigent des Cleveland Orchestra ist, setzt mit der »Fledermaus« seine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Dresden fort.

Gioachino Rossini: Cenerentola – Musikfilm, Italien 2013

© ZDF/ORF, Rada film

© Foto: ZDF/ORF, Rada film3Sat, 24.12.2018, 20:15-22:20 Uhr und 26.12.2018, 01:25-03:30 Uhr. Die Fassung des französischen Dichters Charles Perrault »Cendrillon« diente 1817 Gioachino Rossini als Vorlage für seine Oper »La Cenerentola«, die kurze Zeit später zum Publikumshit wurde. Heute ist sie fester Bestandteil des klassischen Opern-Repertoires. Der für Original-Schauplätze und Live-Opern-Welterfolge bekannte Produzent Andrea Andermann wählte Ballsäle, Parks und finstere Gemäuer im realen Turin.
Gianluigi Gelmetti hat die musikalische Leitung inne. Edgardo Rocha fasziniert in seiner Paraderolle als Don Ramiro, und Lena Belkina schleudert als Angelina/Cenerentola Koloratur-Feuerwerke in die echte Luft des Piemont. Auch das Poetische erfährt eine Steigerung durch fantastische Animationen von Annalisa Corsi und Maurizio Forestieri.
So erscheint das Gesellschaftsspiel der karnevalesken Lust an Rollenwechseln und Rauschzuständen aller Art noch bunter, noch aufregender. Dazwischen traut sich die Regie eine moderne Spur »Film noir«. »La Cenerentola« versammelt verschiedene Figuren aus der »Welt des Komischen« – einen philosophischen Zauberer, einen gefühlsverwirrten Prinzen, einen ehrgeizigen Stiefvater mit zwei heiratswütigen Töchtern und einen aufrührerischen Diener in Prinzenkleidung – zu einem aufklärerischen Märchen. Am Ende wird der Untertitel der Oper eingelöst, und es triumphiert »La bontà in trionfo«, der Sieg der Herzensgüte. Diese besondere Version des Opernklassikers macht den Opernfilm zu einem wahren Märchenfilm, der Jung und Alt bezaubert.

Cenerentola: Lena Belkina
Don Ramiro: Edgardo Rocha
Clorinda: Anna Kasyan
Tisbe: Annunziata Vestri
Don Magnifico: Carlo Lepore
Dandini Simone: Alberghini
Alidoro Lorenzo: Regazzo

Orchester: Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI
Musikalische Leitung: Gianluigi Gelmetti
Regie: Carlo Verdone

Nussknacker und Mausekönig – Opernhaus Zürich, 2017

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© ZDF/SRF/Gregory Batardon3Sat, 22.12.2018, 20:15-21:55 Uhr. Mit der fantasievollen Musik Tschaikowskis gehört der »Nussknacker« zu einem der beliebtesten Werke des Ballett-Repertoires. Der Handlung liegt ein Märchen von E. T. A. Hoffmann zugrunde.
Hoffmanns meisterhafte Märchen-Erzählung springt virtuos hin und her zwischen Traum und Wirklichkeit und verschachtelt mehrere Erzählebenen ineinander. Auf dem Weg zum Ballett-Libretto hat seine Geschichte viel von ihrer schwarzromantischen Fantastik verloren.
Der zweite Akt des Balletts etwa besteht im Libretto von Alexandre Dumas und Marius Petipa, dem die Ballett-Produktionen seit der Uraufführung folgen, nur noch aus einem weitgehend handlungsfreien Divertissement, das eine bunte Folge von Tänzen und Ausstattungseffekten aneinanderreiht.
Der deutsche Choreograf Christian Spuck unternimmt nun in seiner »Nussknacker«-Version für das Ballett Zürich den Versuch, sich von der Dumas/Petipa-Version abzusetzen und die literarische Ursprungserzählung wieder in den Mittelpunkt zu stellen. Spuck interessiert sich mehr für E. T. A. Hoffmanns unheimliche Fantastik als für das zuckersüße Weihnachtsballett. So holt er etwa das Märchen von der in ein Nussmonster verwandelten Prinzessin Pirlipat zurück in die Handlung, das in E. T. A. Hoffmanns Version als Vorgeschichte zum Nussknacker erzählt wird.
Im Bühnenbild von Rufus Didwiszus wird die Werkstatt des Paten Drosselmeier zu einem alten Revue-Theater, in dem die Figuren des Balletts zu neuem Leben erwachen. Spucks Choreografie spielt mit dem überbordenden Figurenreichtum von E. T. A. Hoffmanns Erzählkosmos, der Skurrilität und dem überdrehten Witz, der ihnen innewohnt, aber er blickt auch in die düsteren Abgründe der Romantik.

Jordi Savall in Concert: Jerusalem – Die Stadt der zwei Frieden

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© Foto: ARTE/David IgnaszewskArte, 17.12.2018, 00:20-01:35 Uhr. Es spielen La Capella Reial de Catalunya und das Ensemble Hespèrion XXI. Zu den Mitwirkenden gehören außerdem Lior Elmaleh (Gesang) und Waed Bouhassoun (Gesang, Oud) sowie Gastmusikerinnen und -musiker aus Israel, Palästina, Syrien, Armenien, Griechenland und der Türkei.

Jordi Savall gilt als einer der Weltstars in Sachen der Alten Musik. Mit einem großen internationalen Ensemble und Chorsängern hat Savall nun die Geschichte Jerusalems als musikalisches Feuerwerk auf die Bühne gebracht. ARTE zeigt die Höhepunkte des
Unter dem Titel »Jerusalem – die Stadt der zwei Frieden« brachte Jordi Savall in Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Museum Berlin die wechselvolle Geschichte der Stadt Jerusalem im Dezember 2017 im Berliner Pierre Boulez Saal auf die Bühne. Mit dem Ensemble Hespèrion XXI, den Sängern von La Capella Reial de Catalunya und diversen Gastmusikern aus dem Mittelmeerraum lieferte Savall ein musikalisches Feuerwerk ab. Tänzerische und rhythmisch treibende Passagen wechseln sich ab mit improvisierten Zwischenspielen und hoch emotionalen Gesangsnummern: Auch wer mit der vielsprachigen Geschichte der religiös und politisch umkämpften Stadt nicht vertraut ist, kommt auf seine Kosten. Zu den vielen Höhepunkten zählen die virtuosen hebräischen und arabischen Solo-Gesänge, aber auch die eingängigen Lieder, die manches Mal an eine frühe Form nahöstlich beeinflusster Art Popmusik denken lassen. Beeindruckend sind auch die »Trompeten von Jericho«, die wie aus einer anderen Zeit und einer anderen Sphäre bisweilen in das Geschehen eingreifen. Wer sich unter Alter Musik eine gepflegte Form von traditionsbewusster Musikpflege vorstellt, der darf sich hier eines Besseren belehren lassen!

Baden im Klang – Das Calmus Ensemble

© Foto: MDR

© Foto: MDRMDR, 13.12.2018, 23:35-00:35 Uhr. Jubiläumskonzert aus dem Historischen Stadtbad Leipzig. Stimmliche Perfektion, Klarheit, Leichtigkeit und Humor – das sind die Markenzeichen von Calmus – einem der erfolgreichsten A-Cappella-Ensembles Deutschlands. Die fünf jungen Vokalisten stehen für Klangkultur auf hohem Niveau. Die breite Palette an Klangfarben, die Musizierfreude, die die Musiker auf der Bühne vermitteln, aber auch ihre originellen Programme sicherten ihnen eine wachsende Schar von Fans im In- und Ausland.
Die fünf Leipziger haben eine ganze Reihe internationaler Preise und Wettbewerbe gewonnen, u.a. den ECHO Klassik und den Supersonic Award. Tourneen führten sie durch ganz Europa sowie Nord- und Südamerika.
Unermüdlich sind die Musiker bestrebt, neues Repertoire zu entdecken. Doch kommen nicht nur Werke der Renaissance, des Barock und der Romantik zur Aufführung. Die Vokalvirtuosen – besetzt mit vier Männerstimmen und einem Frauensopran – haben auch originelle Arrangements aus Pop, Jazz sowie Schlager der zwanziger Jahre im Programm. Am 4. Oktober 2014 feierte das Calmus-Ensemble gemeinsam mit Hunderten von Fans den 15. Jahrestag seines Bestehens mit einem Konzert im Historischen Stadtbad in Leipzig.

Lisa Batiashvili spielt Dvorak

© Foto: © swr/dl Grammophon/Sammy Hart

© Foto: swr/dl Grammophon/Sammy HartArte, 02.12.2018, 17:40-18:30 Uhr und 10.12.2018. 05:00-05:45 Uhr. Die für ihre Virtuosität und ihr Einfühlungsvermögen geschätzte georgische Geigerin Lisa Batiashvili hat mittlerweile enge Beziehungen zu einigen Weltklasse-Orchestern, darunter die Berliner Philharmoniker. Bei den Baden-Badener Osterfestspielen 2017 spielte sie das Violinkonzert von Antonin Dvorak. Der 1814 geborene Dvorak komponierte es in den Jahren 1879/80 und widmete es dem seinerzeit ebenso berühmten Geiger Joseph Joachim. Am Anfang stehen zwei der temperamentvollen »Slawischen Tänze« von Dvorak. Im zweiten Teil spielen die Berliner Philharmoniker Bartoks »Konzert für Orchester«.

Die vom Publikum und von der Fachwelt für ihre Virtuosität und ihr Einfühlungsvermögen geschätzte georgische Geigerin Lisa Batiashvili hat mittlerweile enge und beständige Beziehungen zu einigen Weltklasse-Orchestern. Darunter die Berliner Philharmoniker. Bei den Baden-Badener Osterfestspielen 2017 spielte sie das Violinkonzert von Antonin Dvorak. Der 1814 in Böhmen geborene Dvorak komponierte es auf Anregung seines Verlegers in den Jahren 1879/80 und widmete es dem seinerzeit ebenso berühmten Geiger Joseph Joachim. Es wurde 1883 in Prag uraufgeführt, vier Jahre nachdem Joachim auch Brahms‘ Violinkonzert aus der Taufe gehoben hatte. Heute gilt Dvoraks Violinkonzert mit dem slawischen Kolorit als ein Meilenstein der Gattung. Unvergleichlich, wie die Solovioline und das Orchester miteinander konzertieren: mal verschmelzen, mal konkurrieren. Am Anfang stehen zwei der berühmten »Slawischen Tänze« von Dvorak. Im zweiten Teil spielen die Berliner Philharmoniker Bela Bartoks »Konzert für Orchester«, eines der am brillantesten instrumentierten Musikstücke der klassischen Moderne. Bartok komponierte es 1943 im Alter von 62 Jahren, kurz nach seiner Flucht vor dem Zweiten Weltkrieg aus Ungarn in die USA. Ein Jahr später wurde das Stück vom Boston Symphony Orchestra unter Sergej Kussewitzky mit großem Erfolg uraufgeführt. Das »Konzert für Orchester« ist eine von Bartoks beliebtesten Kompositionen – ein Meisterwerk: voller Schmerz, voller Sehnsucht, voller Hoffnung, angefüllt mit Wahrheit bis zum Rande.