Maria by Callas

© Foto: ZDF/Fonds de Dotation Maria Callas

© Foto: ZDF/Fonds de Dotation Maria Callas3Sat, 25.04.2020, 20:15-22:10 Uhr. Dokumentarfilm von Tom Volf, Frankreich 2017. Zwei Menschen, sagte sie, gebe es in ihr: Maria und die Callas. Die Frau, deren Schicksal es war, sich der Kunst zu opfern. Und die Sopranistin auf der Suche nach absoluter Vollkommenheit. Maria Callas spricht in dem Dokumentarfilm von Tom Volf offen über sich selbst. Kern ist ein bislang unveröffentlichtes Fernsehinterview der griechisch-amerikanischen Sängerin, begleitet von zahlreichen privaten Aufnahmen und viel Musik aus ihren Opern.
In dem Interview aus dem Jahr 1970 ruft die Operndiva sehr persönlich auch ihre Anfänge als Wunderkind in Erinnerung. Anhand von privaten Foto- und Super-8-Aufnahmen, Aufzeichnungen ihrer großen Auftritte von »Madame Butterfly« über »Tosca« bis »Norma«, wie auch ihrer Briefe, die von Eva Mattes gelesen werden, setzt sich das Mosaik eines Lebens im Dienste der hohen Kunst des Belcanto zusammen.
Doch auch die private Liebestragödie mit dem griechischen Reeder Aristoteles Onassis, der sie für die Kennedy-Witwe Jackie verlassen hatte, wird nicht ausgespart. Dabei geht es dem Dokumentarfilmer Tom Volf weniger um die Huldigung des Weltstars Callas und deren Spiegelung in der Presse, als vielmehr um ein authentisches Porträt der so unerreichbaren »Primadonna assoluta« des 20. Jahrhunderts.
Opernfans kommen auf ihre Kosten: Mit insgesamt zehn komplett ausgesungenen Arien nimmt sich die französische Fernsehproduktion die nötige Zeit, die musikalische Strahlkraft der Ausnahmesängerin Callas wirken zu lassen.

»Fidelio« – inszeniert von Christoph Waltz

© Foto: ArteArte, 13.04.2020, 20:15-22:35 Uhr. Ludwig van Beethovens »Fidelio« am Theater an der Wien! Anlässlich des 250. Geburtstags des Titanen der Wiener Klassik sollte dessen einzige Oper am Ort ihrer Uraufführung erneut auf die Bühne gebracht werden. Die neue Inszenierung des österreichischen Schauspielers und Oscargewinners Christoph Waltz war denn auch mit großer Spannung erwartet worden. Dann, kurz vor der Premiere, die Absage wegen Corona! Doch zum Glück war die monatelange künstlerische Arbeit nicht umsonst. Denn kurzerhand wurde das gesamte Theater in ein modernes TV-Studio umgewandelt und Beethovens einzige Oper mit einem technischen Aufwand fürs Fernsehen in Szene gesetzt, wie er im Rahmen einer normalen Aufführung undenkbar gewesen wäre. So wird der »Fidelio ohne Zuschauer« zu einem ganz besonderen TV-Erlebnis!

In der Vita Ludwig van Beethovens spielt das Theater an der Wien eine herausragende Rolle. Beethoven hat hier viele seiner bedeutendsten Werke, wie etwa die 5. Symphonie, uraufgeführt, zeitweise wohnte er sogar hier. Auch zwei der drei Fassungen seines »Fidelio« brachte er hier auf die Bühne (die erste noch unter dem Titel »Leonore«). Der österreichische Hollywoodstar Christoph Waltz hat sich für seine dritte Opernproduktion die zweite Fassung des »Fidelio« ausgesucht, die 1806 im Theater an der Wien uraufgeführt wurde. Die Geschichte der standhaften Leonore, die, als Mann verkleidet, unter dem Namen »Fidelio« ihren Gemahl aus dem Kerker zu befreien sucht, ist mit ihren politischen Implikationen heute aktueller denn je; und nicht umsonst gehört »Fidelio« denn auch zum Kernrepertoire praktisch aller Opernhäuser.

Inszenierung: Christoph Waltz
Arnold Schoenberg Chor, Wiener Symphoniker, Manfred Honeck
Bühnenbild: Barkow Leibinger
Kostüme: Judith Holste
Licht: Henry Braham
Mit Nicole Chevalier (Leonore, Fidelio), Eric Cutler (Florestan), Gábor Bretz (Don Pizarro), Christof Fischesser (Rocco), Mélissa Petit (Marzelline), Benjamin Hulett (Jaquino), Károly Szemerédy (Don Fernando).

Händels »Der Messias« in der Bearbeitung von W. A. Mozart

© Foto: ZDF/ORF/Mozarteum/Lucie Jansch

© Foto: ZDF/ORF/Mozarteum/Lucie Jansch3Sat, 11.04.2020, 20:15-22:45 Uhr. Mozartwoche 2020 im Haus für Mozart, Salzburg. Mit Elena Tsallagova (Sopran), Wiebke Lehmkuhl (Alt), Richard Croft (Tenor), José Coca Loza (Bass), Alexis Fousekis (Tänzer) u.a. Regie: Robert Wilson.
Kostüme: Carlos Soto. Philharmonia Chor Wien, Les Musiciens du Louvre, Marc Minkowski.
2020 eröffnete die Mozartwoche der Stiftung Mozarteum in Salzburg mit der Premiere von Händels »Der Messias« in der Bearbeitung von Wolfgang Amadeus Mozart.
Mozart hat dafür vor allem die Bläserstimmen bearbeitet und zum Teil neu komponiert. Bildermagier Robert Wilson führte Regie im Haus für Mozart in Salzburg, die musikalische Umsetzung lag bei Marc Minkowski und seinen »Les Musiciens du Louvre«.
Für den künstlerischen Leiter, Rolando Villazón, ist es die dritte Mozartwoche, die er geplant hat. Mit dem Wunsch, ausschließlich Musik von Wolfgang Amadeus Mozart zu spielen, ist Villazón im Jahr 2017 als Intendant der Mozartwoche Salzburg angetreten. Das beinhaltet für ihn aber auch Bearbeitungen Mozarts, die im Original von anderen Komponisten stammen, wie zum Beispiel Georg Friedrich Händels »Messias«.

Beethovens Oratorium »Christus am Ölberge«

© Foto: ARTE/Mark Allan

© Foto: ARTE/Mark AllanArte, 05.04.2020, 17:25-18:25 Uhr. London Symphony Chorus, London Symphony Orchestra, Sir Simon Rattle. Mit Elsa Dreisig (Sopran), Pavol Breslik (Tenor), David Soar (Bass).
Es galt fast schon als vergessenes Meisterwerk: das einzige Oratorium Beethovens. Vor genau 217 Jahren, am 5. April 1803, wurde »Christus am Ölberge« uraufgeführt. Obwohl die Uraufführung beim Publikum durchaus ein Erfolg war, wurde dieses Werk später nur noch selten dargeboten. Im Rahmen des Beethoven-Jahres 2020 führen das London Symphony Orchestra und der London Symphony Choir unter der Leitung von Sir Simon Rattle dieses Werk im Londoner Barbican Centre neu auf. Die Solistenrollen werden von den herausragenden Sängern Pavol Breslik (Tenor), Elsa Dreisig (Sopran) und David Soar (Bass) übernommen.
Das Oratorium befasst sich mit dem Beginn der Passionsgeschichte Jesu: Nach dem Abendmahl zieht sich Jesus mit seinen Jüngern in den Garten Gethsemane zurück, um zu beten. Die Handlung setzt dort ein, als Jesus seinen Vater um Trost bittet, gleichzeitig aber seinen bevorstehenden Kreuzestod »zum Heil der Menschheit« willkommen heißt, und endet mit der Verhaftung durch die römischen Soldaten.

Teodor Currentzis dirigiert Tschaikowsky Symphonie Nr.5

© Foto: SWR/Anton Zavjyalov

© Foto: SWR/Anton Zavjyalov3Sat, 04.04.2020, 21:05-21:55 Uhr. Symphonie Nr. 5 e-Moll op. 64, SWR Symphonieorchester, Teodor Currentzis. Konzert aus dem Beethovensaal der Liederhalle Stuttgart vom Freitag, 14. Dezember 2018.
Tschaikowsky versieht seine drei letzten Sinfonien mit persönlichen Kommentaren, psychologische Programme. Wie bereits bei der 4. stellt er auch seiner 5. Sinfonie ein tönendes Signum des Schicksals voran, das alle vier Sätze durchzieht. Gleich zu Beginn intonieren die Klarinetten das fahle Schicksalsmotiv, das in immer neuen Gestalten daran erinnert, dass die Geschicke des Individuums im Buch des Lebens und des Todes längst festgeschrieben sind. Ein unausweichliches Schicksal, vor dem es kein Entrinnen gibt. Und wenn der Komponist im Finale nicht von der Stelle kommt, was Kritiker ihm gelegentlich ankreiden, dann ist das kein Unvermögen, sondern der kongeniale Ausdruck dieses fatalistischen Gefangenseins, von dem diese Sinfonie erzählt.
Teodor Currentzis ist seit Beginn der Spielzeit 2018/19 der erste Chefdirigent des neuen SWR Symphonieorchesters. Er zählt zu den vielseitigsten und interessantesten Dirigenten seiner Generation, dessen Repertoire mit Werken von der Barockzeit bis zur Avantgarde sämtliche Epochen umfasst.