Mariss Jansons dirigiert Schönberg und Mozart

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© Foto: BR/Peter MeiselARD-alpha, 24.11.2019, 21:45-22:50 Uhr. »Ein Überlebender aus Warschau«, Arnold Schönbergs eindringliches Melodram über eine Schreckensszene des Holocaust, geht in diesem Konzert vom Mai 2017 dem Requiem d-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart voraus. Thomas Quasthoff in der Rolle des Erzählers sowie ein hochkarätiges Solisten quartett trafen im Herkulessaal der Münchner Residenz auf den Chor und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Mariss Jansons.
Ein fiktiver Erzähler berichtet von einer Szene, die er zur Zeit des Aufstandes im Warschauer Ghetto beobachten musste: Jüdische Bewohner werden misshandelt, geschlagen, zum Abtransport ins Vernichtungslager abgezählt. »Ein Überlebender aus Warschau«, ein relativ kurzes Werk für Stimme, Orchester und Männerchor von Arnold Schönberg, gipfelt in dem gemeinsamen Gesang der Gefangenen, die wie auf ein unausgesprochenes Signal das hebräische Gebet »Schma Jisrael« anstimmen.
Thomas Quasthoff übernimmt in dieser Aufführung von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks den Part des Erzählers, die musikalische Leitung hat Chef dirigent Mariss Jansons.
Typisch für den Umgang Schönbergs mit der Technik der Zwölftonkomposition ist die geradezu explosive emotionale Dichte der Musik, die keine Gedanken an den oftmals distanzierten Charakter von reihenbasierter Musik zulässt.
Dieses späte Werk Schönbergs ist in der Dramaturgie des Konzerts von Chor und Symphonie orchester des Bayerischen Rundfunks dem berühmten Requiem d-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart vorangestellt. Das Requiem sollte das letzte – unvollendet gebliebene – Werk des Komponisten sein, der über der Komposition im Alter von 35 Jahren verstarb. Bis heute ist die komplettierte Fassung von Franz Xaver Süßmayr gebräuchlich, der im Auftrag von Mozarts Witwe Constanze die Orchestrierung weiterführte und drei fehlende Teile neu komponierte.
Zu Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Mariss Jansons gesellt sich ein hochkarätiges Solisten quartett, bestehend aus Genia Kühmeier, Elisabeth Kulman, Mark Padmore und Adam Plachetka.

Verdis »Requiem« mit Riccardo Muti

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© Foto: Arte/Monika RittershausArte, 03.11.2019, 16:50-18:25 Uhr. Chor des Bayerischen Rundfunks, Berliner Philharmoniker, Riccardo Muti. Mit Elina Garanca (Mezzosopran), Francesco Meli (Tenor), Ildar Abdrazakov (Bass), Vittoria Yeo (Sopran). Die »Messa da Requiem« ist wohl Giuseppe Verdis persönlichstes Werk. Der Opernkomponist setzte die volle Palette seiner kompositorischen Mittel ein, um den in sich gefangenen Menschen darzustellen: seine Ängste vor dem Tod ebenso wie seinen Wunsch nach Erlösung. Der große Italiener hatte sein »Requiem« 1868 unter dem Eindruck des Todes seines Komponistenkollegen Gioacchino Rossini zu schreiben begonnen. Keimzelle der großangelegten Totenmesse ist der damals entstandene Satz »Libera me«: »Rette mich, Herr, vor dem ewigen Tod …« Alle weiteren Sätze sind nach dem Tod des großen italienischen Romanciers Alessandro Manzoni 1873 entstanden. Verdi und Manzoni waren in respektvoller Freundschaft verbunden: Beide setzten sich für das Risorgimento ein, die italienische Nationalbewegung für die Vereinigung der damals in viele kleine Fürstentümer zersplitterten italienischen Halbinsel. Die Komposition des »Requiem« fällt ins zeitliche Umfeld von Verdis Oper »Aida«, deren Uraufführung 1871 im Opernhaus in Kairo ein großer Erfolg war. Somit erscheint das »Requiem« als ein Werk der späten Reifezeit. Mit einem Augenzwinkern wird das Stück oft als Verdis beste Oper bezeichnet, denn es bietet einen überbordenden dramatisch-musikalischen Reichtum, der seinen Opern in nichts nachsteht. Nach den berühmten Totenmessen von Mozart (»Requiem«), Berlioz (»Grande Messe des Morts«) oder Brahms (»Ein deutsches Requiem«) ist Verdis »Messa da Requiem« vielleicht der Höhepunkt dieser Werkform. Die Uraufführung fand 1874 in der Mailänder Kirche San Marco statt.

Janácek: Glagolitische Messe für Soli, Chor, Orgel und Orchester

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© Foto: Bayerisches FernsehenBayerisches Fernsehen, 27.10.2019, 10:15-11 Uhr. Mariss Jansons präsentierte dieses emphatische Meisterwerk von Leoš Janácek mit dem Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks im Rahmen des Lucerne Festivals zu Ostern 2012.
Unter den Messe-Vertonungen nimmt die »Glagolitische Messe« von Leoš Janácek (1854-1928) eine Sonderstellung ein. Die Messe für vier Solo-Stimmen, Chor, Orgel und Orchester, die der tschechische Komponist zwei Jahre vor seinem Tod komponierte, ist ein sprachlich und musikalisch ungewöhnliches Werk. Als Textgrundlage wählte Janácek die altslawische Übersetzung des »Ordinarium Missae«, die ursprünglich in der glagolitischen Schrift aufgezeichnet war, einer Schrift, die im 9. Jahrhundert von den slawischen Aposteln Kyrillos und Methodios zur Verbreitung von kirchlichen Texten entwickelt wurde. Janácek komponierte dazu eine sehr diesseitig anmutende, festlich beschwingte Musik, die nicht zum liturgischen Gebrauch bestimmt war, sondern der Ausdruck eines freien, undogmatischen Gottesglauben ist. Wie seine ebenfalls 1926 entstandene »Sinfonietta« eröffnet Janácek auch die »Glagolitische Messe« mit Fanfarenklängen.

Howard Arman dirigiert Mozarts c-Moll-Messe

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© Foto: BR/Astrid AckermannBayerisches Fernsehen, 26.05.2019, 10:05-11:00 Uhr. Am 14. April 2018 führte der Chor des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Howard Arman Mozarts c-Moll-Messe erstmals mit einem Orchester auf Originalinstrumenten auf: Das Ensemble »Akademie für Alte Musik Berlin« ist renommiert für seine Interpretationen in historischer Aufführungspraxis.

Die »große« c-Moll-Messe von Wolfgang Amadeus Mozart, KV 427, weist familiäre Bezüge auf: Sie entstand 1782 kurz nach seiner Hochzeit mit Constanze, der er das Werk zueignete, und die vermutlich bei einer Aufführung selbst die Sopranpartie übernahm.
Ebenso wie das unvollendete Requiem gilt die c-Moll-Messe als Glanzpunkt innerhalb Mozarts Kirchenmusik – in ihrer kontrapunktischen Kunst geschärft an der Auseinandersetzung mit Bach und dennoch stilistisch auf der Höhe der Zeit.
Mozart schrieb die Messe ohne einschränkendes Reglement einer Gottesdienstordnung oder eines Dienstherrn. So entstand eine charakterstarke, durch und durch individuelle Vertonung des Messtextes. Leider ließ Mozart sie unvollendet.
Die Nachwelt würdigte bald den Ausnahmerang von Mozarts Messtorso: Die c-Moll-Messe teilt sich ihr künstlerisches Ansehen nur mit den Spitzenwerken der Gattung, mit Bachs h-Moll-Messe und Beethovens Missa solemnis.

Pergolesis Stabat Mater in der Sainte-Chapelle

Foto: © Arte/FJF Studio Photos

Foto: © Arte/FJF Studio PhotosArte, 14.01.2019, 05:00-05:45 Uhr. Pergolesis Fassung des »Stabat Mater«, aufgeführt in einer der schönsten Kirchen von Paris, der Sainte-Chapelle. Die ehemalige Palastkapelle im hochgotischen Stil mit ihren prachtvollen Fenstern ist der ideale Ort für dieses Werk, das den Schmerz der Mutter Jesu um ihren gekreuzigten Sohn beschreibt. Es singt der Kinderchor Maîtrise des Hauts-de-Seine.
1736 verfasste Giovanni Battista Pergolesi seine Version des »Stabat Mater«, des Gedichts über den Schmerz der Mutter Jesu um ihren gekreuzigten Sohn. Das für Sopran- und Altstimmen komponierte geistliche Musikwerk besteht aus zwölf Teilen. In diesem Konzert, das im Juni 2016 in Paris stattfand, übernimmt den Gesangspart die Maîtrise des Hauts-de-Seine, der offizielle Kinderchor der Pariser Oper. Es spielt das Orchestre Paris-Classik unter Leitung von Gaël Darchen. Aufführungsort ist die Pariser Sainte-Chapelle.
Die Sainte-Chapelle liegt im historischen Zentrum von Paris, nur einen Steinwurf entfernt von der Kathedrale Notre-Dame. Sie ist ein Meisterwerk der Hochgotik und wurde auf Wunsch Ludwigs des Heiligen erbaut, um die Dornenkrone Christi aufzunehmen. Die Sainte-Chapelle ist vor allem berühmt für ihre prächtigen Fenster, die auf einer Gesamtoberfläche von 600 Quadratmetern und auf mehr als tausend Tafeln Szenen aus der Bibel abbilden. Diese »Bibel aus Glas« taucht das Innere der Kapelle in ein ganz spezielles buntes Licht. Eine perfekte Kulisse für Pergolesis Musik, die – losgelöst von jedem religiösen Kontext – den tiefen Schmerz einer trauernden Mutter beschreibt.

Styriarte 2018 – Konzert aus der Pfarrkirche Stainz

Foto: © ZDF/ORF/styriarte/Werner Kmetitsch

Foto: © ZDF/ORF/styriarte/Werner Kmetitsch3Sat, 07.07.2018, 22:45-23:55 Uhr. Andrés Orozco-Estrada lässt die Tradition der Stainzer Kirchenkonzerte bei der »Styriarte 2018« wiederaufleben. Im Zentrum steht Schuberts größte Messe im Originalklang seiner Zeit.
Ganz Österreich kann das Hochkulturereignis aus der Steiermark, die »Klangwolke 2018: Schubert in Stainz«, am 7. Juli ab 21.00 Uhr wieder im Radio und Fernsehen mitverfolgen. Die »Styriarte«-Aufführung wird außerdem auch zum Klangereignis im öffentlichen Raum.
Public-Viewings auf öffentlichen Plätzen im gesamten österreichischen Bundesland laden zum kostenlosen Live-Kulturgenuss ein.
Im Beethoven-Zyklus der Festspiele 2016 verstand Orozco-Estrada sich mit dem »Concentus Musicus« so gut, dass die Idee zu diesem Programm geboren wurde. Für einen Vulkan am Dirigentenpult wie Orozco-Estrada ist es genau die richtige Vorlage. »Ich habe noch die alte Idee, sie dem Kaiser oder der Kaiserin zu widmen, da ich sie für gelungen halte.« Schuberts Traum ging nicht in Erfüllung. Was hätte Kaiser Franz auch mit diesem Erdbeben des Glaubens anfangen sollen?

Arnold Schoenberg Chor
Concentus Musicus Wien
Musikalische Leitung: Andrés Orozco-Estrada
Mit Anna Lucia Richter (Sopran), Johanna van der Deken (Mezzosopran), Johannes Chum (Tenor) und Mathias Hausmann (Bariton)

Programm:
Franz Schubert(1797-1828)
– Messe in As, D 678
– Magnificat in C, D 486
– Tantum Ergo, D 962

Johann Sebastian Bach: Johannespassion

Foto: © ZDF/BR/Tim Boehmerle

Foto: © ZDF/BR/Tim Boehmerle3Sat, 30.03.2018, 09:10-11:05 Uhr.  Mit Christina Landshamer (Sopran), Anke Vondung (Alt), Tilman Lichdi (Tenor), Maximilian Schmitt (Evangelist/Tenor) und Tareq Nazmi (Christus/Bass).
Chor des Bayerischen Rundfunks, Concerto Köln
Musikalische Leitung: Peter Dijkstra
Unter seinem Künstlerischen Leiter Peter Dijkstra eröffnete der Chor des Bayerischen Rundfunks die Internationale Orgelwoche Nürnberg 2015 in St. Lorenz.
Gemeinsam mit dem Originalklang-Orchester Concerto Köln präsentierte der Chor die Johannespassion von Johann Sebastian Bach in einer ganz besonderen Licht-, Raum- und Klang-Inszenierung.
Der Raum der hochgotischen Basilika kommt bei der Aufführung in ganz besonderem Maße zur Geltung: Durch die Konzertaufstellung – Chor und Orchester in der Mitte der Kirche, Solisten im Sitzplatzbereich des Publikums, also der »Gemeinde« – sowie durch die Ausleuchtung der Kirche wird der geistlich-spirituelle Gehalt der Bach-Passion auch optisch auf neue und fesselnde Weise erzählt.
Eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung spielt die veränderte Rolle des Publikums, in dessen Mitte sich die Solisten bewegen und agieren. Das ergreifende Drama um die Gefangennahme Jesu, das Verhör durch Pilatus, die Kreuzigung und schließlich die Grablegung erhält auf diese Weise eine neue darstellerische Dimension.
Neben der Matthäuspassion ist die Johannespassion als einzige Passion von Johann Sebastian Bach vollständig erhalten. Mit dieser Inszenierung wurde ein neuer Weg beschritten, die Direktheit des Werks, wie sie auch in den aufwühlenden Volksszenen (Turbae-Chören) immer wieder ihre Höhepunkte findet, in Klang und Raum sinnlich erfahrbar zu machen.

Giuseppe Verdi – Messa da Requiem

Foto: © ZDF/SRF/Gregory Batardo

Foto: © ZDF/SRF/Gregory Batardo3Sat, 24.03.2018, 20:15-21:50 Uhr, Opernhaus Zürich, 2016. Christian Spuck choreografiert Verdis Requiem
Das Opernhaus Zürich brachte 2016 Giuseppe Verdis Requiem in einer groß besetzten Gemeinschaftsproduktion von Ballett und Oper auf die Bühne.
Christian Spuck, der Direktor des Balletts Zürich, ist Choreograph und Regisseur dieses außergewöhnlichen Unternehmens aus Musiktheater und Tanz. Die musikalische Leitung liegt in den Händen des Generalmusikdirektors des Opernhauses Zürich, Fabio Luisi.
Das Requiem gehört zu den populärsten Kompositionen Giuseppe Verdis und ist ein Meisterwerk des oratorischen Konzertrepertoires. Verdi vertont den lateinischen liturgischen Text der katholischen Totenmesse und beschwört mit der musikalischen Dramatik, die man aus seinen Opern kennt, die Schreckensbilder von Tod, Endzeit und Verdammnis. Er schafft ein gigantische Tableau der Gefühle: Angst, Zorn, Schmerz, Trauer und Sehnsucht nach Erlösung.
Er spannt einen Bogen von den Strafvisionen des berühmten »Dies irae«, dem überwältigendsten Teil des anderthalbstündigen Werks, über den Trost des »Requiem aeternam« bis zu den transzendenten Visionen des »Lux aeterna«. Verdi lässt die christlichen Vorstellungen von Tod und Auferstehung hinter sich und konfrontiert den Menschen mit seiner endlichen Existenz an sich.

BR-KLASSIK: Mariss Jansons dirigiert Guiseppe Verdi – »Quattro pezzi sacri«

Foto: © BR/Peter Meisel

Foto: © BR/Peter MeiselBR Fernsehen, 26.11.2017, 10:10-11:00 Uhr. Im Jahr 2006 feierte der Chor des Bayerischen Rundfunks sein 60-jähriges Bestehen. Diese Aufzeichnung enthält den zweiten Teil des Konzertes, das der Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks, Mariss Jansons, aus Anlass des Chorjubiläums leitete.
Verdis »Quattro pezzi sacri« gehören zu Verdis Alterswerk und mit der »Messa da Requiem« und dem Streichquartett zu jenen wenigen Werken, die der Komponist außerhalb der Gattung Oper schrieb. Die vier Vokalwerke wurden erst spät in Verdis Laufbahn, auf Betreiben seines Librettisten Arrigo Boito, zu dem Zyklus der »Quattro pezzi« zusammengefasst. Verdi schrieb die einzelnen »pezzi« zu verschiedenen Zeitpunkten und Anlässen und verarbeitete darin verschiedene Aspekte seiner eigenen musikalischen Interessen.
Daher finden hier so unterschiedliche Stücke zusammen wie die »Laudi alle vergine Maria« für Frauenchor a cappella und das »Te Deum« für gemischten Chor und Orchester und Solo-Sopran. Während Verdi im »Te Deum« mit der von ihm gewohnten majestätischen Klangfülle aufwartet, gibt es in den »Laudi« und im »Ave Maria« einen ganz anderen Verdi zu erleben: Einen, der in der Hingabe an die Geistigkeit und die Tradition der unbegleiteten Vokalpolyphonie zu ganz zarten und schwerelosen Tönen findet.
Es singt der Chor des Bayerischen Rundfunks,
Einstudierung: Peter Dijkstra.
Es spielt das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.
Aufzeichnung vom April 2006 aus der Philharmonie im Gasteig, München.

Hector Berlioz: Requiem

Foto: © WDR/Thomas Kost

Foto: © WDR/Thomas KostWDR, 19.11.2017, 08:50-10:20 Uhr, Andrew Staples, Tschechischer Philharmonischer Chor Brno, WDR Rundfunkchor Köln, WDR Sinfonieorchester Köln, Jukka-Pekka Saraste.

»Wenn ich dazu verurteilt würde, alle meine Schöpfungen mit Ausnahme einer einzigen Partitur verbrennen zu müssen, so wäre es das Requiem, für das ich um Gnade bitten würde«, sagte Berlioz. Die französische Regierung hatte das Werk bei ihm in Auftrage gegeben; es sollte 1837 zum Jahrestag der Julirevolution von 1830 erklingen. Doch die Uraufführung fand erst am 5. Dezember 1837 anlässlich der Beisetzung des gefallenen Generals Charles-Marie Denys de Damrémont im Invalidendom von Paris statt.
Die Wirkung, die diese Komposition bei den Beteiligten der Uraufführung hervorrief, war so außergewöhnlich wie die Musik selbst. Der Priester, der die Messe im Invalidendom zelebrierte, brach am Altar in Tränen aus und eine Chorsängerin erlitt einen Nervenzusammenbruch, als die fünf Orchester und acht Paukenpaare im Tuba mirum zum jüngsten Gericht riefen.
Mit 120 Sängerinnen und Sängern, und einem Solo-Tenor, 108 Streichern, zahlreichen Blech- und Holzbläsern, 16 Pauken und weiterem Schlagwerk wird für dieses Werk ein gewaltiger Stimm- und Orchesterapparat aufgefahren, der am 18. Mai 2017 im Kölner Dom zu erleben sein wird.