Maurizio Pollini spielt Beethoven

© Foto: ARTE/Cosimo Fillippini

© Foto: ARTE/Cosimo FillippiniArte, 26.02.2020, 05:00-05:45 Uhr. Anlässlich des Beethovenjahres 2020 widmet sich einer der größten Pianisten der Gegenwart noch einmal dem Spätwerk Ludwig van Beethovens: Maurizio Pollini kehrt für die Einspielung der Klaviersonaten Nr. 31 und 32 wieder in den Münchner Herkulessaal zurück. Genau dort entstanden seit den 1970er-Jahren die legendären, scharf konturierten und klaviertechnisch perfekten Studioeinspielungen des Sonatenzyklus. In seiner seit nunmehr rund 60 Jahren andauernden Karriere hat sich Pollini medial stets rar gemacht und ist immer nur mit wenigen ausgewählten Werken vor die Welt getreten, ganz nach dem Vorbild seines Lehrers. Seiner Plattenfirma hat der Perfektionist Pollini bis in die jüngste Zeit nur Studioaufnahmen erlaubt. Dass er jetzt, im Alter von 77 Jahren, doch noch einer Liveaufzeichnung zugestimmt hat, ist eine Sensation, aber auch logisches Resultat seiner Entwicklung als Pianist. Denn wie er selbst sagt: »Meine Beschäftigung mit Beethoven hört ja nicht auf.«
Auf dem Programm stehen die Klaviersonate Nr. 31 in As-Dur op. 110 und die Klaviersonate Nr. 32 in c-Moll op. 111. Die Onlinefassung des Konzertes enthält zusätzlich die Klaviersonate Nr. 30 in E-Dur, op. 109.

Franz Lehárs »Das Land des Lächelns««

© Foto: ZDF/ORF/Seefestspiele Mörbisch/Jerzy Bin

© Foto: ZDF/ORF/Seefestspiele Mörbisch/Jerzy Bin3Sat, 22.02.2020, 20:15-22:55 Uhr. Unvergessliche Melodien wie »Dein ist mein ganzes Herz« durchziehen Lehárs erfolgreichste Operette. – 3sat zeigt eine Aufführung von den Seefestspielen Mörbisch 2019.

Es ist eine berührende Liebesgeschichte zwischen dem Wiener Mädl Lisa und dem chinesischen Prinzen Sou-Chong, die im Wiener Prater beginnt und schließlich im Peking von 1912 an Konventionen, gesellschaftlichen Verpflichtungen und Kulturunterschieden scheitert.
Unter der Regie von Leonard Prinsloo singt Won Whi Choi eine der berühmtesten Lieder aus Franz Lehárs romantischer Operette »Dein ist mein ganzes Herz«. Der Tenor vereint mit seinem Gesang und Spiel Liebe und Tragik. Stimmlich ebenso ausdrucksstark ist Elissa Huber in der Rolle seiner Angebeteten Lisa. Das gesamte Ensemble ist stimmlich sehr gut aufgestellt, begleitet vom Festivalorchester Mörbisch unter der Leitung von Thomas Rösner.
Der erste Akt spielt im Wiener Prater vor 100 Jahren – eine Drachenbahn, Plakate aus der Zeit und der Calafati, eines der Wahrzeichen des Wurstelpraters in Wien, sind auf der Bühne zu sehen. Im zweiten und dritten Akt bestimmt dann ein überdimensionaler goldener Drache das Bühnenbild: Allein der Kopf ist 15 Meter hoch und wiegt zwölf Tonnen, aus seinen Nüstern steigt Rauch, seine Augen leuchten gefährlich.
Harald Serafin kehrte sieben Jahre nach dem Ende seiner Intendanz in der Rolle des Obereunuchen auf die Seebühne zurück und sorgt für humorvolle Momente.

Orchester: Festivalorchester Mörbisch
Musikalische Leitung: Thomas Rösner
Regie: Leonard C. Prinsloo

Darsteller:
Lisa: Elissa Huber
Prinz Sou-Chong: Won Whi Choi
Graf Ferdinand Lichtenfels: Benno Schollum
Obereunuch: Harald Serafin
Fu Li, Sekretär: Gernot Kranner
Onkel Tschang: Koichi Okugawa

Currentzis dirigiert Mahlers neunte Sinfonie

© Foto: SWR/Wolf-Peter Steinheißer

© Foto: SWR/Wolf-Peter SteinheißerSWR, 02.02.2020, 09:15-10:45 Uhr. Gustav Mahler, Sinfonie Nr. 9 D-Dur. SWR Symphonieorchester, Teodor Currentzis. Konzert vom 13.12.2019 in der Liederhalle Stuttgart. Vor dieser Nummer neun hat Gustav Mahler sich richtiggehend gefürchtet. Deshalb wollte er »Das Lied von der Erde«, das doch eigentlich eine Sinfonie in Liedern war, nicht mitzählen. Diese Neunte wurde die letzte, die er vollenden konnte. Trotzdem oder gerade deshalb geriet sie formvollendet, ja formschaffend, selbstbewusst und in jeder Weise tragisch. »Der erste Satz ist das allerherrlichste, was Mahler geschrieben hat«, formuliert es Alban Berg in einem Brief. In den burlesken Mittelsätzen musiziert das ironisch-sarkastische Alter Ego des Komponisten. Den Schluss bildet ein packendes Adagio – als Vermächtnis an die Zukunft der Gattung, die im eben angebrochenen 20. Jahrhundert ihre stärksten Augenblicke in den langsamen Sätzen erleben wird.

Cristian Macelaru dirigiert Mahler und Dvorák

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© Foto: ZDF/WDR/Joern Neumann3Sat, 01.02.2020, 20:15-21:40 Uhr. Mit Simona Saturova (Sopran) und Michael Nagy (Bariton). Rundfunkchor des Bayerischen Rundfunks, WDR Rundfunkchor, WDR Sinfonieorchester, Cristian Macelaru.
Festliche Paukenschläge als Auftakt zu einer neuen Ära: das Antrittskonzert von Cristian Măcelaru, neuer Chefdirigent des WDR Sinfonieorchesters. Für seinen Einstand wählte Cristian Măcelaru neben Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 4 das kontrastreiche »Te Deum« von Antonin Dvořák – komponiert 1892 zur 400-Jahr-Feier der – angeblichen – Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus.
Der jubelnde Lobgesang ist keineswegs frei von aggressiven Zügen; auch das im Finale der Mahler-Sinfonie besungene »himmlische Leben« aus seinen »Wunderhorn«-Liedern ist ziemlich irdisch.
Seit 2012 hat der gebürtige Rumäne Cristian Macelaru in den USA den Ruf eines Senkrechtstarters. Er war kurzfristig für Pierre Boulez beim Chicago Symphony Orchestra eingesprungen. Zuvor hatte er Violine studiert und wurde mit 19 der jüngste Konzertmeister in der Geschichte des Miami Symphony Orchestra. Danach studierte er Orchesterleitung und dirigierte unter anderem das Los Angeles Philharmonic und das New York Philharmonic.
Ab 2013 war er drei Spielzeiten Conductor-in-residence des Philadelphia Orchestra und regelmäßig Gastdirigent in Europa – wie beim Concertgebouw Orchestra Amsterdam, beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und dem Gewandhausorchester Leipzig.
Der Funke und seine Begeisterung für Musik springen bei Cristian Macelaru direkt über. Dass er für seinen neuen Posten als Chefdirigent von Philadelphia an den Rhein zieht und unbedingt Deutsch lernen will – neben den Sprachen Rumänisch, Englisch, Französisch und Italienisch, die er bereits beherrscht – ist für ihn eine Selbstverständlichkeit.
Cristian Macelaru folgt dem finnischen Chefdirigenten Jukka-Pekka Saraste, der das WDR Sinfonieorchester neun Jahre lang geleitet hat. Um den 1980 geborenen Nachfolger kennenzulernen, stellt ihn Marion Ammicht in einem Porträt vor – dafür hat sie ihn auch in seiner Geburtsstadt Temeswar besucht.

Programm:
– Gustav Mahler: Sinfonie Nr. 4 G-Dur für Orchester und Sopransolo
– Antonin Dvorák: Te Deum op. 103 für Soli, Chor und Orchester