Freitag, 18.08.2023 23:45-00:30 Uhr
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Sommerfestivals in Salzburg und Verona
aspekte - Ein Blick hinter die Kulissen

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Wie verbringen Musiker und Schauspieler ihren Sommer, während alle anderen Urlaub machen? Und wie entstehen die beeindruckenden Bühnenproduktionen für die großen Festivals?

Katty Salié wirft einen Blick hinter die Kulissen, und trifft die Akteure der Kulturszene vor und während der Festspiele. Sie fragt nach, was es braucht, dass Theater und Oper interessant bleiben, auch in Zukunft, auch für ein junges Publikum.

An der Arena di Verona erleben wir hautnah mit, wie die Neuproduktion der Oper »Rigoletto« entsteht, und unter welchen Bedingungen und mit welchem Druck an diesem geschichtsträchtigen Ort Musiktheater gemacht wird, seit 100 Jahren. Mit dem weltweit wohl größten Opernspektakel will man die Massen begeistern. Viele Menschen erleben in der Arena zum ersten Mal Oper. Im Jubiläumsjahr laufen die Vorbereitungen allerdings nicht nach Plan. Doch 100 Jahre Erfahrung zeigen, wie ein solches Unternehmen funktionieren kann – trotz Widrigkeiten.

An den Kammerspielen in München bereitet sich die Schauspielerin Katharina Bach auf ihren Auftritt bei den Salzburger Festspielen vor. In »Liebe« spielt sie die Hauptrolle, ein Stück über das Alter, den Tod und die Frage: Wie kann und möchte ich das Ende meines Lebens menschenwürdig verbringen? Ein sensibles Thema für die Theaterbühne.

Auch auf der Pernerinsel in Hallein wird Theater gemacht. In einer alten Saline wird »Nathan der Weise« gezeigt, auf überdimensionalen Bühnenbauten. Der Technische Leiter nimmt uns mit hinter die Kulissen des Theaterbetriebs und gibt Einblicke, die der Zuschauer sonst nicht zu sehen bekommt.

Der Sänger Andrè Schuen ist Teil einer Opern-Neuproduktion. Der 39-jährige ist einer der derzeit gefragtesten Baritone überhaupt. Bei den Salzburger Festspielen feierte er vor drei Jahren sein großes Debüt mit Mozart. Auch in diesem Jahr singt er hier wieder Mozart. Doch bevor es auf die Bühne geht, besucht er seine Eltern in seiner Heimat Südtirol. In den Bergen erzählt er uns, wie er zwischen seinen zahlreichen Engagements Kraft tankt und was es braucht, eine Karriere wie seine nicht nur erfolgreich, sondern auch gewissenhaft zu planen. In »Figaros Hochzeit« singt er die Partie des Grafen, dirigiert von Raphaël Pichon.
Wir besuchen den Dirigenten in seiner musikalischen Heimat Bordeaux, wo er eine alte Fabrikhalle in ein Opernhaus umfunktioniert. Hier begeistert er Menschen für klassische Musik, die sich sonst eher nicht dafür interessieren. Mit seinen Ideen aus der Off-Szene will er auch bei den großen Institutionen für frischen Wind sorgen. In diesem Jahr dirigiert er erstmals in Salzburg, erstmals die Wiener Philharmoniker. Mehr Tradition geht nicht. Zwei sehr verschiedene Welten, die bei »Figaros Hochzeit« aufeinandertreffen, die große Eröffnungspremiere der Salzburger Festspiele. Kann das funktionieren?