Ein Operettenabend in Wien mit Simone Young

© Foto: Arte/ORF/Milenko Badzic

© Foto: Arte/ORF/Milenko BadzicArte, 23.12.2019, 01:00-01:55 Uhr. Wiener Symphoniker, Simone Young. Mit Johan Botha (Tenor), Florian Zwiauer (Violin). ARTE zeigt einen in vielerlei Hinsicht besonderen Operettenabend in der österreichischen Hauptstadt: Die australische Dirigentin Simone Young führt die Wiener Symphoniker durch ein abwechslungsreiches Programm. Ihr zur Seite steht der gefragte Heldentenor Johan Botha. Der südafrikanisch-österreichische Opernsänger singt »Als flotter Geist« aus dem »Zigeunerbaron« von Johann Strauß, »Freunde, das Leben ist lebenswert« aus »Giuditta« und »Dein ist mein ganzes Herz« aus dem »Land des Lächelns« von Franz Lehár. Auf dem Spielplan stehen außerdem die Ouvertüren zu Franz Schuberts »Die Freunde von Salamanca«, zu »Die lustigen Weiber von Windsor« von Otto Nicolai, sowie jene zum »Opernball« von Richard Heuberger. Passend zum Spielort des Konzerts geben die Wiener Symphoniker außerdem die Ouvertüre zu »Ein Morgen, ein Mittag und ein Abend in Wien« des Komponisten Franz von Suppé.Das Konzerthaus des Wiener Musikvereins kann bereits auf eine lange Geschichte zurückblicken: Seit über hundert Jahren werden im großen goldenen Musikvereinssaal Konzerte dargeboten. Der im klassizistischen Stil erbaute Ort der Hochkultur genießt ein hohes Ansehen – seit der feierlichen Eröffnung im Jahr 1870 wird stets die großartige Akustik des Saals hervorgehoben. Weltweite Beachtung findet das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker, welches jedes Jahr von einem aus der ganzen Welt angereisten Publikum gewürdigt wird. In jeder Saison wurden und werden zahlreiche Komponisten von weltberühmten Dirigenten und Musikern interpretiert. Internationale Beachtung findet ebenfalls das jährlich gegebene Traditionskonzert »Frühling in Wien«. Dieses abwechslungsreiche Programm wird von der Regisseurin Agnes Meth in stimmigen Bildern arrangiert.

Die einzelnen Werke im Überblick:
Franz Schubert: Ouvertüre (»Die Freunde von Salamanca«)
Johann Strauß:Ouvertüre (»Der Zigeunerbaron«)
Johann Strauß: »Als flotter Geist« (»Der Zigeunerbaron«)
Franz von Suppé: Ouvertüre (»Ein Morgen, ein Mittag und ein Abend in Wien«)
Franz Lehár: »Freunde, das Leben ist lebenswert« (»Giuditta«)
Otto Nicolai: Ouvertüre (»Die lustigen Weiber von Windsor«)
Richard Heuberger: Ouvertüre (»Der Opernball«)
Franz Lehár: »Dein ist mein ganzes Herz« (»Das Land des Lächelns«)

Thomanerchor – J. S. Bachs »Weihnachtsoratorium«

© Foto: Arte/Gert Mothes

© Foto: Arte/Gert MothesArte, 16.12.2019, 00:00-02:35 Uhr. Gewandhausorchester Leipzig, Thomanerchor, Gotthold Schwarz. Mit Dorothee Mields (Sopran), Elvira Brill (Alt), Patrick Grahl (Evangelist), Markus Schäfer (Tenor), Klaus Häger (Bass).
Das Weihnachtsoratorium ist wohl Bachs beliebtestes und meistgespieltes Werk. Die Geschichte von der Geburt Christi handelt von Hoffnung und Freude, und so atmet Bachs Musik Licht, Glanz und Wärme. Entstanden ist das Werk in den stillen Bußwochen des Advents 1734, in einer Zeit, in der der Thomaskantor keine größeren kirchenmusikalischen Verpflichtungen hatte. Ob es tatsächlich als Oratorium konzipiert wurde, ist allerdings nicht ganz klar, denn eigentlich ist es ein sechsteiliges Set von Kantaten, die – liturgisch und musikalisch aufeinander aufbauend – die Weihnachtsfeiertage und dazwischenliegenden Sonntage abdecken.
Die einzelnen Teile wurden erstmals vom Thomanerchor in Leipzig in den sechs Gottesdiensten zwischen dem ersten Weihnachtsfeiertag 1734 und Epiphanias 1735 in der Nikolaikirche und der Thomaskirche aufgeführt. In der heutigen Zeit wird das Oratorium oft in allzu beliebiger Kürzung als »Weihnachtsoratorium« an einem Abend gegeben.
Selbst wenn Bach das Werk als musikalische Gesamtheit gedacht hat und gerne aufgeführt wüsste, gab es für ihn keine Alternative, die einzelnen Teile im Entstehungsjahr nacheinander in den Festtagsgottesdiensten der Leipziger Hauptkirchen »uraufzuführen«. Feierliche Eingangs- und Schlusschöre, die Vertonung der neutestamentlichen Weihnachtsgeschichte in den Rezitativen, eingestreute Weihnachtschoräle und Arien der Gesangssolisten prägen das Szenario. Die sechs Teile werden durch die Freude über die Geburt Christi verbunden.

Jansons dirigiert Hummel und Strawinsky

© Foto: BR/Astrid Ackermann

© Foto: BR/Astrid AckermannBayerisches Fernsehen, 11.12.2019, 00:15-01:00 Uhr. »Symphony in Three Movements« und Trompetenkonzert E-Dur. Martin Angerer, Solotrompeter im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, spielt das beliebte E-Dur Trompetenkonzert von Johann Nepomuk Hummel. Außerdem dirigiert Mariss Jansons die »Symphony in Three Movements« von Igor Strrawinsky in der Philharmonie im Gasteig.
Joseph Haydns Nachfolger an Esterhazys Hof war Johann Nepomuk Hummel, der seinerzeit gefeierter Pianist war und ein umfangreiches, vielfältiges Oeuvre hinterlassen hat. Die Wiener Musikkritik machte ihn zum Antipoden Beethovens, zwei gespaltene Lager verteidigten ihren jeweiligen Günstling. Doch beide verband eine freundschaftliche Beziehung, sofern dies mit dem mürrischen, argwöhnischen Ertaubten möglich war. Zu einem letzten Besuch kam es nicht, Hummel konnte nur noch an Beethovens Beerdigung teilnehmen. In die Lebenszeit Hummels fiel auch die Erfindung der Klappentrompete, ein Vorläufer der Ventiltrompete, die in Weiterentwicklungen bis heute verwendet wird. Diese Neuerung bot dem vorher nur »fanfarenartig« einsetzbaren Instrument ganz neue Möglichkeiten. Dies nutzten Hummel und einige seine Zeitgenossen und komponierten anspruchsvolle Werke für die Trompete. Wie das E-Dur Trompetenkonzert, mit dem sich Hummel ein bleibendes musikalisches Monument geschaffen hat. Besonders der 3. Satz ist ein Feuerwerk der Virtuosität und verlangt dem Solisten all sein Können ab. Kaum zu glauben: Martin Angerer, Solotrompeter im Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, spielt in dieser Aufführung das Werk zum ersten Mal in seiner Karriere. Für ihn enthält das Konzert »den schönsten zweiten Satz der gesamten Literatur. Er nimmt mich so mit, dass mir immer die Tränen kommen«.
Ab Ende der 1930er-Jahre widmete sich Igor Strawinsky vermehrt den großen »Klassikern« Haydn und Beethoven. Deshalb wird diese Schaffensperiode als Neoklassizismus bezeichnet. In diese Phase fällt auch seine »Symphony in Three Movements«. Für das New York Symphony Orchestra geschrieben, hat sie eigentlich kein Programm. Die Uraufführung fand 1946 in der Carnegie Hall statt, sie nimmt klar Bezug auf die Schrecken des Zweiten Weltkriegs, der gerade zu Ende gegangen war.

Chor des BR – J. S. Bachs »Weihnachtsoratorium«

© Foto: ZDF und BR/Johannes Rodach

© Foto: ZDF und BR/Johannes Rodach3Sat, Teil 1: 08.12.2019, 11:30-13:00 Uhr (Kantaten 1-3), Teil 2: 15.12.2019, 11:05-12:20 Uhr (Kantaten 4-6). Herkulessaal der Münchner Residenz, 2010. Chor des Bayerischen Rundfunks, Akademie für Alte Musik Berlin. Musikalische Leitung: Peter Dijkstra. Mit den Solisten Rachel Harnisch (Sopran), Anke Vondung (Alt), Maximilian Schmitt (Tenor) und Christian Immler (Bass).
Bach legte das Oratorium in sechs Kantaten an. Jede steht für einen Feiertag zwischen dem ersten Weihnachts- und dem Dreikönigstag. Auf dem Programm des ersten Konzerts stehen die Kantaten eins bis drei, in denen es um die Geburt Christi geht.
Bachs Weihnachtsoratorium gehört im deutschen Sprachgebiet fast schon zur Volksmusik. Ob leidenschaftliche Laienchöre oder klanggewaltige Berufschöre: Zur Weihnachtszeit ist es ihre vornehmste Aufgabe, das Weihnachtsoratorium oder Teile daraus aufzuführen. Johann Sebastian Bach legte es in sechs Kantaten an, von denen jede für einen bestimmten Feiertag zwischen dem ersten Weihnachtstag und Epiphanias bestimmt ist.
Der Chor des Bayerischen Rundfunks hatte Bachs berühmte Weihnachtsmusik in der Adventszeit 2010 in zwei Konzerten im Herkulessaal der Münchner Residenz aufgeführt. Begleitet wurde der Chor von dem Berliner Orchester »Akademie für Alte Musik«.
Für die Fernsehaufnahmen wurde der Herkulessaal mit einem besonderen Lichtkonzept festlich ausgeleuchtet. Einen festlichen Rahmen geben auch Kunstwerke von Albrecht Dürer und Rembrandt sowie eine neapolitanischen Krippe, die die Ereignisse der Weihnachtszeit darstellen. Außerdem wurde der zweite Teil der Aufzeichnung ergänzt durch Aufnahmen von Gemälden von Friedrich Sustris, Hans Memling und Rogier van der Weyden, die die Ereignisse der Weihnachtszeit darstellen.

Anna Netrebko in Puccinis »Tosca«

© Foto: Arte/Vladimir Shirokov

© Foto: Arte/Vladimir ShirokovArte, 07.12.2019, 20:15-22:15 Uhr. Die  Saisoneröffnung 2019 an der Mailänder Scala versprach ein musikdramatisches Erlebnis der Extraklasse. Uraufgeführt 1900 in Rom, gilt »Tosca« heute als das Werk, in dem Puccini dem Verismo am nächsten kommt. Die Figur der Operndiva Floria Tosca, die einzig in ihren künstlerischen Idealen lebt und an einer grausamen Wirklichkeit scheitert, ist ganz sicher die wahrhaftigste in Puccinis reichhaltigem Arsenal an faszinierenden Frauengestalten. Eine Rolle wie geschaffen für die russische Diva Anna Netrebko auf dem Höhepunkt ihrer Kunst.
Die weitere Besetzung ebenfalls exquisit: Luca Salsi gibt Toscas Gegenspieler Scarpia, Francesco Meli den unbeugsamen Maler Mario Cavaradossi. Die Inszenierung übernahm der italienische Regisseur Davide Livermore. Riccardo Chailly leitet das Orchester des Teatro alla Scala.
Die traditionelle Saisoneröffnung an der Mailänder Scala ist einer der absoluten Höhepunkte im internationalen Opernjahr und ein Muss für die italienische Society. Den exklusiven Opernabend moderiert Annette Gerlach.

Mit Anna Netrebko (Tosca), Luca Salsi (Scarpia), Vladimir Sazdovski (Angelotti), Francesco Meli (Cavaradossi), Alfonso Antoniozzi (Sagrestano), Carlo Bosi (Spoletta), Giulio Mastrototaro (Sciarrone).