Zwei Portraits zum 10. Todestag von Mstislaw Rostropowitsch

Arte, 26.11.2017, 17:00-18:25 »Ungezügelt virtuos« und 18:25-19:10 Uhr »Ein ideales Konzert«.

Foto: © Arte/Idéale Audience»Ungezügelt virtuos«
Zum 10. Todestag von Mstislaw Rostropowitsch widmet der französische Musiker und Regisseur Bruno Monsaingeon dem russischen Cellisten ein filmisches Porträt. Der Dokumentarfilm erzählt Rostropowitschs bewegtes Leben anhand von seltenen Archivaufnahmen und Gesprächen mit seinen Töchtern Olga und Elena, seinen Freunden Natalja und Ignat Solschenizyn, Marta Casals Istomin, Gennadi Roschdestwenski und dem jungen Cellisten Aleksey Shadrin.
Der Russe Mstislaw Rostropowitsch (1927-2007) gilt neben dem Spanier Pablo Casals (1876-1973) als wichtigster Cellist des 20. Jahrhunderts und als einer der vielseitigsten Musiker überhaupt. Rostropowitsch, der bereits in der Nachkriegszeit Bedeutung in der Musikwelt erlangte, zeigte sich solidarisch mit dem verfemten Schriftsteller Alexander Solschenizyn, der aufgrund seines Romans »Der Archipel Gulag« aus der UdSSR verbannt wurde, und geriet so 1971 in Konflikt mit den sowjetischen Behörden. Rostropowitsch fiel bei dem Regime in Ungnade und emigrierte 1974 nach Paris. Die Sowjetunion erkannte ihm und seiner Frau 1978 die Staatsbürgerschaft ab. Rostropowitsch war auch als Dirigent international anerkannt. Von 1977 bis 1994 leitete er das National Symphony Orchestra (NSO) in Washington. 1989 feierte Mstislaw Rostropowitsch das Ende des Regimes, das ihn zur Emigration zwang, auf seine Weise: Zwei Tage nach dem Fall der Berliner Mauer setzt er sich inmitten des Trubels am Checkpoint Charlie und spielte tief in sich versunken Cellostücke von Bach. Wenig später bekamen Rostropowitsch und seine Frau das Angebot, die Staatsbürgerschaft ihres Heimatlandes wieder zurückzuerhalten. Nach der Rückkehr nach Russland baute das Ehepaar ein Netzwerk wohltätiger Organisationen zur Förderung von Musikern und Sängern auf. Im Laufe seiner Karriere und seines bewegten Lebens begegnete Rostropowitsch so bedeutenden Musikern wie Prokofjew, Schostakowitsch und Dutilleux und inspirierte sie zu Kompositionen, die heute fester Bestandteil des Cello-Repertoires sind. Cellist, Pianist, Dirigent, Pädagoge und Humanist: Mstislaw Rostropowitsch verschrieb sein Leben der Kunst und der Politik. Solschenizyn nannte ihn den »unzähmbaren Bogen«. Der Dokumentarfilm erzählt sein bewegtes Schicksal anhand von seltenen Archivaufnahmen und Gesprächen mit seinen Töchtern Olga und Elena, seinen Freunden Natalja und Ignat Solschenizyn, Marta Casals Istomin, Gennadi Roschdestwenski und dem jungen ukrainischen Cellisten Aleksey Shadrin.

 

»Ein ideales Konzert«
Musik Frankreich 2017
Der Russe Mstislaw Rostropowitsch, dessen Todestag sich 2017 zum 10. Mal jährt, gilt als wichtigster Cellist des 20. Jahrhunderts. Daneben brillierte er auch als Pianist und Dirigent: Mstislaw Rostropowitsch vereinte viele Talente in sich, er war ein großer Künstler, Humanist und Freiheitskämpfer. Die Dokumentation veranschaulicht anhand von Ausschnitten aus seinen bedeutendsten Konzerten die vielen Facetten des Ausnahmemusikers. Wichtige Wegbegleiter wie Yehudi Menuhin, Swjatoslaw Richter und Rostropowitschs Frau, die Sopranistin Galina Wischnewskaja, sind ebenfalls in der Dokumentation zu erleben.
Rostropowitsch wurde 1927 in Baku, heute Aserbaidschan, in eine Musikerfamilie geboren. Seinen Vater Leopold, der ebenfalls Cellist war, bezeichnete er als seinen wichtigsten Lehrer. Rostropowitsch gab 1945 die ersten Konzerte in Moskau und begann 1964 mit einem Auftritt in der Bundesrepublik Deutschland seine weltweite Karriere. Nach seiner Emigration aus der Sowjetunion, zu der er wegen seines Engagements für den Schriftsteller Alexander Solschenizyn gedrängt wurde, begann Rostropowitsch eine zweite Karriere als Dirigent und stand von 1977 bis 1994 an der Spitze des National Symphony Orchestra (NSO) in Washington. Die Dokumentation veranschaulicht anhand von Ausschnitten aus seinen bedeutendsten Konzerten die vielen Facetten des Ausnahmemusikers. Den Anfang macht eine Archivaufnahme von Bruno Monsaingeon aus dem Jahr 1986: Rostropowitsch spielt einen Auszug aus Tschaikowskys »Rokoko-Variationen«, die er gerade auf einem Album herausgebracht hatte. Weiter geht es mit der Sarabande aus Bachs Cello-Suite Nr. 2 im französischen Fernsehen 1969. Rostropowitsch als Kammermusiker erlebt der Zuschauer anhand eines Mitschnitts des UNESCO-Benefizkonzerts in Paris im Jahr 1974, wo er mit Yehudi Menuhin und Wilhelm Kempff das »Erzherzog-Trio« von Beethoven interpretierte. Rostropowitsch war auch ein hervorragender Pianist. Mit seiner Ehefrau, der Sopranistin Galina Wischnewskaja, verband ihn eine einzigartige musikalische Harmonie, wie ihre Interpretation von Mussorgskys »Wiegenlied« beweist. Die Idee, Rostropowitsch und den Pianisten Swjatoslaw Richter zusammenzubringen, stammt von dem Komponisten Sergej Prokofjew. Das Duo trat regelmäßig im Westen auf und spielte 1964 in Edinburgh einen Auszug aus Beethovens Cello-Sonate Nr. 3. Auch die Weiterentwicklung des Repertoires für sein

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

X