Teodor Currentzis dirigiert Schostakowitsch Sinfonie Nr. 7

© Foto: SWR/Anton ZavjyalovSWR, 07.07.2019, 09:15-10:35 Uhr. Sinfonie Nr. 7 C -Dur op. 60 »Leningrader«. Aufzeichnung aus dem Beethovensaal der Liederhalle Stuttgart vom Freitag, 28. Juni 2019.

870 Tage dauerte die Belagerung Leningrads durch deutsche Truppen. Noch bevor die Blockade am 8. September 1941 begann, arbeitete Dmitrij Schostakowitsch an einer Sinfonie, die er der Stadt und ihren Bewohnerinnen und Bewohnern widmete. Selten hat eine Musik so stark gewirkt wie diese siebte Sinfonie. Uraufgeführt am 5. März 1942 in Kuibyschew (Wolga), wohin man den Komponisten und zahlreiche andere Künstler evakuiert hatte, machte die »Leningrader« bald ihren Weg nicht nur durch die damalige UdSSR, sondern auch in der übrigen »freien« Welt: Allein in den USA wurde sie noch im gleichen Jahr 60 mal aufgeführt. Eröffnet wurde der Reigen von Arturo Toscanini in New York. Diese Musik hatte das Zeug, den Durchhaltewillen an der antifaschistischen Front mit zu formen. Doch die »Optimistische Tragödie« von Dmitrij Schostakowitsch packt die Menschen heute noch immer mit Haut und Haaren.
Teodor Currentzis ist seit Beginn der Spielzeit 2018/19 der erste Chefdirigent des neuen SWR Symphonieorchesters. »Dirigent des Jahres«, »Ausnahmekünstler«, »revolutionärer Geist«, »Messias« – an Superlativen mangelt es nicht, wenn es um den 1972 in Athen geborenen Künstler geht. Er zählt zu den vielseitigsten und interessantesten Dirigenten seiner Generation. Sein Repertoire umfasst Werke von der Barockzeit bis zur Avantgarde.

Im Rahmen seiner Konzertprojekte bietet Teodor Currentzis, Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters, allen Musikinteressierten die Möglichkeit, gemeinsam mit ihm in ausgewählte Werke seiner Programme einzutauchen. Das Currentzis LAB am 18.06.2019 beschäftigte sich mit Aspekten der »Leningrader Sinfonie« von Dmitrij Schostakowitsch. Neben Teodor Currentzis wirkten in diesem LAB SWR2 Redakteur Reinhard Ermen sowie die beiden Pianisten Christoph Grund und Lars Jönsson mit.
Ein Mitschnitt (98 Minuten) dieses Werkstattgesprächs ist bis 18.06.2020 in der SWR-Mediathek abrufbar.

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